Mittwoch, 12. Oktober 2011

Altersruhesitz

Der Begriff „Altersruhesitz“ ist schon komisch, wenn man ihn so betrachtet, aber was sagt er eigentlich aus? Er kann viel aussagen, aber gleichzeitig auch nichts aus­sagen, aber für mich und die meisten älteren Menschen sagte dieser Begriff an und für sich viel aus.

Altersruhesitz bedeutet für mich, einen Sitz im Alter, um auszuruhen. Es ist wirklich so, dass man sich im Alter danach sehnt, sich richtig ausruhen zu können. Aber warum eigentlich, denn in der Werbung ist der Mensch immer jung und gesund und voller Elan, aber warum denn nicht im Alter?

Der Mensch unterliegt genauso der Entwicklung des Lebens wie andere Tiere und Pflanzen auch. Bei einigen Arten verfolgt man ein schnelles Altern und bei anderen ein langsames. Ich möchte hier keine Ursachenforschung anstellen, um herauszufin­den, warum es so ist, aber es ist so.

Ich habe genauso dem Alterungsprozess unterlegenwie andere Artgenossen auch. Es kann sein, dass es bei mir etwas langsamer gegangen ist, aber es ist gegangen, und darüber habe ich mir trotzdem keine Gedanken gemacht, warum sollte ichauch, denn ich weiß, dass wie alle dem Alterungsprozess unterliegen, warum nicht, denn ewig ist nichts auf diesem Planeten, denn selbst dieser altert und vergeht eines Tages.

Jetzt zum Altersruhesitz. Ich habe ihn schon erreicht, und er macht mir Spass, wenn auch manche Abläufe langsamer sind als früher, aber die Abläufe gehen voran und können auch beendet werden, was doch auch wichtig ist, jedenfalls für mich. Das sage ich nur offiziell, denn im Grunde genommen, stehe ich nicht so darauf dass et­was beendet wird, weil es manchmal gar nicht beendet werden kann.

Ich muss euch enttäuschen, dass ich jetzt im Alter vor lauter Ruhe sitze, das tue ich nicht, denn ich habe noch zu viel Pfeffer in meinem Hintern und bin ständig auf Ach­se. Aber das ist nicht so schlimm, denn bei anderen Artgenossen in meinem Alter geht es genauso.

Der Altersruhesitz hat dann seine vollendete Bedeutung, wenn es um die Rente bzw. das Ruhegeld geht, denn ich bekomme keine Rente sondern Pension, weil ich vorher Beamter war. Man bekommt jetzt im Alter sein Leben bezahlt, obwohl man nicht mehr arbeitet, aber wer sagt so etwas, natürlich wird gearbeitet, aber auf freiwilliger Basis ohne Geld oder andere Einnahmen.

Wie ich schon sagte, hat man im Alter einen Sitz auf dem man sich ausruhen kann. Es ist ein schönes ausruhen, wenn der Körper und die geistigen Fähigkeiten noch mitspielen würden. Manchmal ist es so, dass entweder der Körper oder der Geist oder beides nicht mehr mitspielen. Dann sieht es im Alter beschissen aus, d.h. man muss sich dann zurücknehmen und sich um gucken, was kann ich wirklich machen, wie reichen die eigenen Kräfte.

Das muss ich jeden Morgen machen, wenn ich mich nach einem nächtlichen Geran­gel aus dem Bett erhebe. Ich merke die körperlichen Qualen, die sich beim Aufste­hen einstellen, aber jetzt mache ich mir noch nicht viel daraus, sondern ich stehe auf und beginne meinen Tag wie immer.

Trotz dieser Hemmnisse ist das Alter etwas Schönes, denn man nimmt die ganze Le­benserfahrung mit, und man kann hin und wieder die Erfahrungen mit einbringen, wenn es darum geht, etwas für andere Menschen zu tun.

Das Alter ist die Basis der Menschen für eine sorgenfreie Weiterentwicklung und die Ruhe, die Ruhe für Frieden und Wohlergehen. Gäbe es das Alter nicht , dann gebe es auch keinen Frieden und keine Ruhe in der Welt des Menschen. Auch die Mensch­lichkeit würde dann fehlen.

Liebe Freundinnen und liebe Freunde achtet das Alter und den alten Menschen, denn in ihnen ist die ganze Weisheit des Universums.




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