Donnerstag, 8. September 2011

Auf die liederlichen Versverderber

Ihr ungestimmtes Flöten

verhungerter Poeten,

pfeift für ein Maß verdorbenes Bier.

Der Welt verwegene Posse für!

Geht ungefähr dem Dorf ein Richter ab,

wie foltert ihr den Kopf durch tiefes Sinnen

und seid bemüht bei dessen Grab

durch einen Reim ein Tageslohn zu gewinnen.

Für kleines Geld verkauft man große Lügen,

die Stein und Eisen überwiegen.

Schlaf aus, du träumender Poet!

Suchst du die Toten aufzuwecken,

so musst du selbst nach Geist und Leben schmecken.


Es ist ein Gedicht, das von Georg List geschrieben wurde. Er lebte als Poet von 1532 bis 1596. Eigentlich schon sehr lange vor unserer Zeit. Er selbst kannte schon die schlechten Lebensmittel, besonders das Bier war nicht besonders gut, denn es war sehr oft verdorbenen. Die damaligen Musikanten spielten oft für eine Maß Bier ein Liedchen auf ihrer Pfeife, was auch heute Musikanten machen, wenn sie in der Stadt sind. Dann ist es für einige Euro, um leben zu können. Aber die kaufen sich auch oft etwas zu trinken, meistens aber Alkohol. Heute ist der Alkohol nicht verdorben. Ne­ben dem Flötenspiel wurden dann noch andere Possenspiele aufgeführt, um die Men­schen zu begeistern.

So schreibt List auch über das Foltern des Gehirn mit neuen Gedanken, besonders wenn man in ein tiefes Sinnen gerät, also in philosophische Gedankengänge, was ja auch immer möglich ist. Dann wird bei Beerdigungen auch gespielt oder etwas Ge­reimtes aufgesagt, um Geld zu verdienen. Dabei kann man auch Lügen, denn für große Lügen kann man auch Geld verdienen, die Leute zahlen dafür. So ist auch heu­te, wenn man die Zeitungen durchschaut.

Ein träumender Poet, so etwas gibt es immer. So sagt man, wenn er Tote aufwecken soll, dann muss er selbst nach Geist und Leben schmecken. Ein toter Poet ist ein toter Poet, der keine Zeilen aufsagen kann.

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