Montag, 11. Juli 2011

Sprigerschule Altenstadt

Nach der Grundausbildung begann eigentlich die richtige Ausbildung zum Fallschirmjäger. Aus der ganzen Division kamen die neuen Sprungauszubildenen nach Altenstadt bei Schon­gau in Oberbayern. Es ist die einzige Springerschule der Bundeswehr gewesen und ist sie heute noch.

An der Springerschule wurde man in Zügen eingeteilt, und alten ehemaligen Springern der Wehrmacht unterstellt, und die zeigten einem, was sie während ihrer Sprungausbildung ge­lernt hatten, und das sehr viel.

Also begann auch ich meine Ausbildung. Jede kleine Vergehen wurde mit erstmals 50 Lie­gestützen bestraft, später ging es dann bis 100 und darüber, ich durfte auch schon mal 500 abdrücken. Man war sehr gut im Training.

Dann kam auch das Turmspringen von einem 10 Meterturm. Wenn man nach unten schaute, dann konnte man die Steinchen sehen. Es gab auch Leute, die dann nicht mehr springen wollten. Sie wurden abgelöst, d.h. sie durften nach Hause zu ihrer Einheit gehen.

Es war auch ein Gehen. Nach etwa 4 Wochen war der Lehrgang vorbei, und der Ernst des Lebens brach heran, der Sprung aus einem fliegenden Flugzeug.

Ich freute mich schon darauf. Jetzt kam der Tag meines noch sehr jungen Lebens mit dem Fallschirmsprung.

Auf dem Flugplatz legten wir den Schirm an. Danach wurde alles noch einmal richtig unter­sucht, und die Ausbilder zeigten sich als wahre Kumpels. Sie redeten mit einem ganz ruhig, so dass man selber ruhig wurde, also ruhig in die bereitstehende Maschine stieg.

Es lief alles so ab, wie wir es gelernt hatten. Die Maschine startete und hob schließlich ab. Wir flogen in Richtung Sprungplatz, der bei der Springerschule in Altenstadt lag. Dann kam das Signal „Fertig zum Sprung“, und der erste Springer trat in die Tür, und dann sprang er hinaus.

Ich folgte auch bald. Jetzt sah ich unter mir Wiesen und Felder, und dann war ich auch drau­ßen. Ich hatte es gar nicht so richtig mitbekommen, aber ich war außerhalb der Maschine. Der Schirm hatte sich einwandfrei geöffnet, und ich schwebt wie ein Vogel zur Erde hernie­der. Welch ein großartiges Gefühl, richtig zu schweben.

Der zweite Sprung war schon etwas bewusster, denn man bekam etwas mit, aber die weiter Fallschirmsprünge waren alle wunderbar. Besonders der letzte, der Nachtsprung war beson­ders schön. Jetzt hatte ich meine sechs Sprünge abgeleistet.

Ich bekam mein Springerabzeichen in Bronze, bald sollte das Silberne und bald das Golde­ne folgen. Dann kamen noch Sprünge bei den Amerikanern und den Franzosen.

Der nächste Sprungabschnitt war dann der freie Fall aus 6000 Meter Höhe. Auch diese Aus­bildung erfolgte in Altenstadt, aber unter anderen Voraussetzungen. Denn ich war in dieser Zeit bei einer anderen Einheit.






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