Montag, 18. Juli 2011

Seefahrt

Seefahrt

Ein Schifflein fährt auf Meeresbahn,

Auch gar nichts hält es nunmehr an.

Da plötzlich erschüttern alle Rippen

das arme Schiff, es stehet auf Klippen.

Das Meer wütet immer mehr,

drum bleibt das Schiff nicht von Wasser leer.

Die Wellen machen immer was los

und werden auch immer mehr groß.

Der Wogen mächtiger Schwall stößt an das Schiff

und wird nun zerschellt an dem Felsenriff.

Die Mannschaft erfasst Bretter und Balken,

um sich daran festzuhalten.

Zum Glücke kommt ein Schiff gefahren,

bei dem die Leute in Sicherheit waren.

Doch nachher dankten alle Gott,

der sie errettete vom Wassertod.


Wie kann man dieses Gedicht analysieren oder auch auslegen? Es könnte eigentlich sehr einfach sei. Man kann dieses Gedicht von Nietzsche so sehen, wie ein Gedicht, so wie es da steht.

Aber gerade das Gedicht sagt mir, es kann eigentlich mehr bedeuten als diese Zeilen, wenn man sich den Inhalt dieses Gedichtes genauer betrachtet.

Die Natur mit ihren Gewalten von Wasser und Sturm. Dann noch die verkliffte Küste, an die das Schiff herangetrieben wird. Die Gischt der Wogenkämme. Das Schiff wird an dieser Küste zum Spielball der Natur, denn die Natur spielt gerne, und sie kann sanft spielen, aber auch sehr gewaltig und mit ungeheuren Kräften.

Letztendlich gerät das Schiff in Not, ja in Seenot. Aber es gab damals noch keinen Seenot­rettungsdienst, sondern die Menschen an der Küste oder andere Schiffsbesatzungen über­nahmen diesen Dienst. In diesem Fall ist es ein vorbeifahrendes Schiff.

Aber man sieht auch gleich, dass die Menschen auf diesem Schiff versuchen, sich an Balken und Brettern festzuhalten, um nicht zu ertrinken.

Ansonsten kann dieses Schifflein das Schifflein des Lebens sein, das uns durch das Leben fährt. Abgesehen von der Natur, ich stehe noch in meinem Alter zur Natur, so möchte ich mich in der Analyse dieses Gedichtes mich dem Leben als solches zuwenden.

Im Leben können wir auch an eine Lebensküste geraten, die uns gefährdet. Wir werden durch die Wogen des Lebens an diese Küste gespült, und gegen diese Küste gedrückt, so dass wir das Gefühl haben, in Not zu geraten. Natürlich sind wir in Not geraten, aber wir warten doch auf einen oder mehrere Retter, die uns befreien können.

Wir klammern uns an alles fest, um in diesem Strudel nicht unterzugehen. In der Not rufen wir unseren Mitmenschen zu: errette mich meine Schwester oder mein Bruder, nur hört man uns nicht immer, weil das tosende Leben das Rufen vermindert oder verhindert.

Wenn du in Not bist, dann rufe nach deinen Mitmenschen, auch wenn sie dich manchmal nicht hören, aber einer wird dich immer hören.




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