Sonntag, 10. Juli 2011

Mittelschule und Bundeswehr

Nachdem meine Mutter keinerlei Bedarf stellte, mich an das Gymnasium abzustellen, blieb ich weiterhin auf der Volksschule, so hieß die Schule früher, jetzt heißt sie Hauptschule. Ich machte noch einige Zeit auf der Volksschule, aber dann nahte für mich der Augenblick, an dem mich meine Schulleiter auf die Mittelschule schicken wollte. Er bereitete meiner Mut­ter einen grandiosen Kampf, und danach sah ich mich auf dem Weg, wenigstens diese Schu­le irgendwie gut abschließen zu können.

Ich bin Herrn Johannsen, es war der damalige Schulleiter, heute noch dankbar, dass er mei­ner Mutter sagte, welche Bedeutung eine gute Schulbildung für einen jungen Menschen hat. Er verließ nach sechs Monaten unsere Schule, und er übernahm die Leitung einer deutschen Schule in Dänemark. Was aus ihm geworden ist, das weiß ich leider nicht.

Meine Mutter, die nur aufs Geld aus war, freute sich danach doch noch, denn ich bekam monatlich 73.--DM für den Schulbesuch, doch von diesem Geld bekam ich natürlich nichts ab, weil meine Mutter meine Stiefschwestern sich daran gütlich machten. Ich war natürlich wieder das kleine Arschloch, aber so gesehen schon das große.Jetzt war ich Realschüler.

Mein Freund Dieter machte auch die Prüfung zur Realschule, aber er ließ sich absichtlich durchfallen, was er mir auch sagte. Ich sagte nichts, denn ich hatte im Verschwiegenheit ge­schworen.

Er blieb wie alle meine Freunde auf der Volksschule. Mit dem 15.Lebensjahr verließen sie die Volksschule und begannen eine Berufsausbildung. Ich besuchte weiterhin die Schule. Wir trafen uns meistens am Wochenende, aber unsere Freundschaft bröckelte langsam, denn es kamen noch die Frauen bzw. Mädchen hinzu.

Mit dem 17.Lebensjahr verließ ich die Realschule mit dem guten Realschulabschluss. Ich hatte mich vorher bei der Bundeswehr mustern lassen, und wurde mit dem Tauglichkeits­grad 0 eingestuft, also für alles verwendbar. Aber ich zog die Fallschirmtruppe vor, denn ich dachte schon damals an die sportlichen Qualitäten dieser Truppe. Und im April 1958 wurde ich dann nach Süddeutschland eingezogen. Zuerst zu einer Fallschirmjägereinheit, wo ich meine Grundausbildung von drei Monaten absolvierte. Ich habe sehr oft den Exerzierplatz in Mannslängen ausgemessen, und es hat manchmal auch Spaß gemacht, aber manchmal auch nicht.

In der Grundausbildung habe ich das infantristische Rüstzeug mitbekommen. Meine Ausbil­der waren alte Haudegen, die nicht zimperlich mit uns umgingen, aber für mich war die Fallschirmtruppe optimal, obwohl diese Truppe noch nicht den heutigen Stand erreicht hat­te.

Man war damals noch im Experimentierstadium, denn man wusste nicht genau, wie die Truppe wirklich aussehen sollte, und welche Einheiten noch gebildet werden sollten.

Damals war man von der Struktur der deutschen Wehrmacht ausgegangen, was auch richtig war, denn man hatte erst einmal ein Ziel, und alles andere würde später kommen.

Jetzt war ich im Süden meines Vaterlandes. Der Osten, in dem ich geboren wurde, entfernte sich immer mehr, aber nicht in meinen Erinnerungen, aber alles wurde etwas nebelhafter.







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