Sonntag, 17. Juli 2011

Geburtstag

Ich bringe dir eine kleine Gabe.

viel ist es nicht. Doch nimm sie nur an,.

weißt ja, dass ich nicht viel habe,

darum ich nicht viel geben kann.

Ich wünsche dir das beste Leben,

Gesundheit, Freude, doch ich bin

zwar zu gering dir es selbst zu geben,

doch nimm es vom lieben Gotte hin.

So sei an deinem Geburtstage recht heiter

und wie es heute bist, so geh es weiter,

du wirst mich doch auch lieben immer mehr,

denn ich bleib gegen dich von Liebe gar nicht leer.

Ich liebe dich so sehr, dass ich dich möchte erdrücken,

doch tu ich es lieber nicht, es möcht dich nicht beglücken,

und etwas noch möcht ich dir geben,

wie du wirst aus den letzten Versen sehn.

Du möchtest gern nun wissen,

was ich noch wollt von dir,

ich möchte dich denn küssen,

so küss ich dich gleich hier.


Die Mutter von Friedrich Nietzsche hat Geburtstag, und er möchte ihr etwas schenken. Aber er hat nichts Großartiges, also muss auch etwas Kleines das rechtfertigen, seiner geliebten Mutter etwas zu kommen zu lassen.Aber bestimmt hat auch Nietzsche nachgedacht: was könnte ich ihr schenken. Das tue ich auch, und auch dann, wenn ich selbst nichts habe. Als kleiner Junge hatte ich nie was für meine Mutter, später, als ich schon mein Geld verdiente, konnte ich meiner Mutter zu den wenigen Festtagen immer eine Kleinigkeit geben. Es macht Freude.

Wenn man dann heiratet, dann schenkt man seiner Ehefrau immer eine Kleinigkeit zu den Festtagen. So habe ich es auch gemacht. Jetzt bringe ich ihr immer einige kleine Blumen­sträuße mit, die sie sehr gerne liebt.

Meinerseits sind die Geschenke auch ein Symbol der Liebe zu dem Menschen, dem man et­was schenkt. Darum kann es auch eine Kleinigkeit sein, die an und für sich kaum einen ma­teriellen Wert hat, aber dieses Geschenk hat dann oft einen ideellen Wert, der sehr wichtig für die beiden Liebenden ist.

Ein süßer Kuss auf die lieblichen Lippen kann jedes materielle Geschenk verdrängen.

So sieht es auch Nietzsche in seinem Gedicht. Die Welt hat sich nicht verändert, denn die Worte und das Handeln ist über der Zeit gleich geblieben.

Es ist die glückliche Liebe zu einem Menschen.



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