Donnerstag, 30. Juni 2011

Uferschwalben

Die kleinen Uferschwalben, oder auch Sandschwalben genannt, trafen immer so Anfang Mai aus dem Süden ein. Sie flogen dann immer die Kuhle oder die kleine Schlucht an, de­ren steile Wände aus hartem Sand bestanden. Hier hatten sie über Generationen immer ihre Nistplätze für den nördlichen Sommer angelegt, um ihre Nachkommenschaft großzuziehen. Es sah sehr schön aus, wenn die Sandwände von Löchern übersät waren. Die Schwalben flogen diese Löcher sehr kunstvoll an, und sie trafen immer ihr Loch. Ich hatte in den gan­zen Jahren, es war so zwischen meinem 8. und meinem 13.Lebensjahr noch nie gesehen, dass eine der Schwalben ihr Ziel verfehlte.

Aber wie sahen diese Schwalben eigentlich aus? Sie waren Schwalben, aber das Gefieder auf ihrem Rücken war etwas grau, so unterschieden sie sich von den anderen Schwalben. Doch im Flug unterschieden sie sich nicht. Anfang Mai wurde oft schon das Vieh auf die Weide getrieben, so dass dann auch die Fliegen- und Mückenschwärme mitzogen, und ihren Flugplatz auf den Weiden und den Straßen hatten. Hier flogen die kleinen Schwalben sehr kunstvoll durch die Luft, so dass ich aus dem Staunen nicht herauskam. Ich staunte immer darüber, dass sie im Flug nirgends gegen stießen, aber es war so. In der Nähe hatte Riewe, ein großer Bauer seine ganzen Stallungen sowie seinen großen Misthaufen, der aber zu die­ser Zeit schon etwas kleiner war, weil er den Mist schon auf den Äckern verarbeitet hatte. Aber den kleinen Flugkünstlern interessierte es nicht, denn ihnen war es wichtig, dass sich die Mücken und Fliegen auf der Straße und den Wegen herumtrieben.

Die Gänge, die die Schwalben in den Sand hinein gewühlt hatten, waren so zwischen 100 und 150 cm lang. Die jüngeren Gänge beliefen sich auf etwa 100 cm. Am Ende eines jeden Ganges war ein Nest, in dem dann die Eier ausgebrütet wurden, in dem später die Jungen auf die Fütterung durch die Elterntiere warteten.

Ich habe diese ganzen Vorgänge an den Löchern in der Sandwand beobachtet, und ich war jedes,al erstaunt darüber, wie die Schwalben die Anflüge kunstvoll gestalteten.

Heute, nach fast 60 Jahren kann ich nicht mehr sagen, ob es diese Sandwände überhaupt noch gibt, denn seit 1959 war ich nicht mehr in Süderlügum. Die Zeit dort in Süderlügum ist auch ohne mich so schnell vergangen. Ob die kleinen Schwalben dort noch immer flie­gen, ich hoffe es, denn prinzipiell waren sie immer meine Freunde.

So möchte ich die kleine Geschichte mit den Worten beenden: „Kleine Schwalbe fliegt nach Helgoland und bringe meiner Liebsten einen lieben Gruß.......“





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