Dienstag, 28. Juni 2011

Die Bestie Mensch

Die Situation eines Krieges ist immer eine andere, als die Situation in einem normal rechtli­chen Zustand. Denn in einem Krieg werden die Rechte der feindlichen Bevölkerung immer verletzt, denn von Menschenrechten ist in einer derartigen Situation nicht mehr die Rede. Man spricht dann von den Rechten des Krieges also von den Rechten der feindlichen Solda­ten, die das Land besetzt haben.

Der Feind setzt die Menschenrechte außer Kraft, um richtig agieren zu können, und damit kommen die Rechte der Soldaten in das Feindesland und belasten die Zivilbevölkerung er­heblich. Die Rechte der Menschen werden außer Kraft gesetzt, denn der anstehende Krieg hat seine eigenen Gesetze, die die Soldaten bewusst oder unbewusst einsetzen.

Es beginnt das Gesetz des Stärkeren, also der Soldat setzt jetzt die Gesetze, und er be­stimmt, was Gesetz in dem Lande ist. Der Soldat nimmt sich jetzt das fundamentale Recht heraus, den Schwächeren, die Zivilbevölkerung, zu reglementieren. Also muss der Schwä­chere dem Stärkeren, hier dem Soldaten, zu Willen sein, und man sieht hier, dass die Men­schenrecht auf die Seite geschoben werden. Sie sind nichts mehr wert.

Es kommt dann sehr häufig zu Vergewaltigungen von Frauen aber auch von Kindern. Gleichzeitig werden Zivilisten getötet, ob mit oder ohne Absicht, das sei hier einmal hinge­stellt. Es gibt auch Raubzüge, die damit enden können, dass Betroffene dabei zu Tode kom­men oder schwer verletzt werden. Die Zivilbevölkerung ist machtlos gegen die Soldaten, weil es kein Recht mehr gibt, denn das wurde mit dem Krieg aufgehoben.

Aber hier eröffnet sich der Abgrund zwischen Zivilisation und der Befriedigung des einzel­nen Soldaten. Primäre ist für den Soldaten, dass hier sein Bedürfnis befriedigt werden kann, d.h. er hat sexuelle Bedürfnisse, die für ihn neben der persönlichen Sicherheit im Vorder­grund stehen. Hier in Feindesland gelten jetzt andere Gesetze als Zuhause. Der Soldat befin­det sich in einer besonderen Situation. Es ist wie in einem Zwiespalt, denn einerseits hat er Angst vor dem Tod und andererseits hat er sexuelle Bedürfnisse, denn unbewusst möchte er seine genetische Veranlagung weitergeben, also ein Kind zeugen.

Der Drang nach sexueller Befriedigung gibt ihm das aggressive Verhalten gegenüber den Frauen im Feindesland. Dieser Befriedigungsdrang wird zum Ventil für den Soldaten. Es gibt allgemein keine Gesetze, die ihm verbieten, sich mit den Frauen einzulassen, aber das Gesetz des Stärkeren veranlasst ihn, die Frauen zu vergewaltigen.

Wenn ein Gefecht das Ventil für eine Befriedigung ist, also auch Angst zu haben, so kann auch die Eroberung eines Landes zum Ventil für den Soldaten werden, dass er einen be­stimmten Grad der Befriedigung erreicht hat. Aber die Eroberung eines Landes sieht so aus, dass die Soldaten ein Land überfallen, dann die Zivilbevölkerung als Beute betrachten, und diese Beute wird von den Soldaten in Besitz genommen. Es ist wirklich so, dass die Solda­ten diese Bevölkerung als persönlichen Besitz betrachten.

Aber das sexuelle Bedürfnis steht bei den Soldaten im Vordergrund, und es ist komisch, dass die Sexualität den Soldaten stimuliert, besonders dann, wenn die Führung den Soldaten freie Handlungsweise gegenüber der zivilen Bevölkerung zugesteht, so die Vergewaltigung von Frauen.

Hier werden die allgemeinen Menschenrecht ganz außer Betracht gesehen, denn die gelten nicht mehr. Der Soldat sieht nur noch die Beute, besonders die sexuelle Beute „Frau“. Es ist wirklich so, dass die Frau dann als persönliche Beute angesehen wird, so wie auch die mili­tärische Führung den Soldaten freie Handlungsweisen zugesteht, wenn es um Vergewalti­gungen geht. Also kann der Soldat mit seinem persönlichen Besitz so umgehen, wie er will, er kann den Besitz auch veräußern oder sogar töten, je nach Bedarf.

Es ist wie im Tierreich, wenn zwei Böcke um die Herde kämpfen. Wer den Kampf gewinnt, der bekommt die Herde, und er kann dann seine Gene weitergeben. Er betrachtet die Herde als sein Eigentum.

Betrachten wir die männliche Seite der Menschheit. Diese Männer kämpfen auch um die Gunst oder den Besitz der Frauen, was sehr natürlich ist. Der Mann will die Frau in seinen Besitz bringen, aber wir müssen dann um Jahrtausende zurückgehen, weil es da noch nicht die Ehe gab. Da musste sich der Mann anstrengen, um die Frau zu erobern. Auch hier ent­schied die sexuelle Begierde, seine Gene weiterzugeben, und es musste zu einer Triebbe­friedigung kommen, wenn auch mit einer Vergewaltigung.

Aber wo ist jetzt die „Bestie Mensch“? Ich sehe sie nicht, weil jede Verhaltensweise des Krieges eine Verhaltensweise des Friedens ist oder sein kann.

Auch in den früheren Jahrtausenden mussten die Männer ihre Frauen erobern, ob mit oder ohne Gewalt, das sei dahingestellt. Auch damals war der Mensch keine Bestie.

Eine Bestie ist dann geben oder könnte dann sein, wenn derjenige Mensch eine besondere Art von Gewalt äußert, aber hier bin ich schon skeptisch, denn was heißt schon eine beson­dere Art von Gewalt?

Für mich ist das Verhalten des Menschen situationsgebunden, denn der Mensch reagiert auf Situationen, d.h. er erobert und pflanzt sich fort, ob mit oder ohne Gewalt, das ist dann im Moment egal, in der Hauptsache ist die Fortpflanzung von Bedeutung.

Betrachten wir den Menschen abschließend, so stelle ich nur fest, dass sich der Mensch nicht verändert hat, hauptsächlich, wenn es um seine Grundbedürfnisse geht. Verändert hat sich der Mensch dahingehend, dass er weich geworden ist und sehr sensibel, so nehme ich es wahr, aber das liegt an der Zivilisation.

Die gesetzgebende Kraft in Ausnahmesituationen, wie Krieg, müsste überdacht werden, und man muss sich fragen, ob es nicht besser sei, die Gesetze in diesen Situationen besser zu ge­stalten.

Die „Bestien Mensch“ gibt es nicht, denn alles entspricht der Entwicklung der Evolution, der wir wenig entgegenbringen können, um das Verhalten der Soldaten im Kriege human zu verändern.


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