Freitag, 21. Januar 2011

Tunesien

Die Revolte in Tunesien zeigt uns westlichen Demokraten, welch ein Potential in den Men­schen dieses Landes steckt. Wieweit die Revolte geht, und welche Ergebnisse sie bringen wird, nicht nur für das Land und ihren Einwohner, sondern auch für die übrige Menschheit. Wir Europäer müssen uns vermutlich etwas wärmer anziehen, denn es kann passieren, dass eine politische Kälte aus Nordafrika zu uns kommt, in einer Ablehnung unserer De­mokratie. Auch muss man sich dessen gewiss sein, dass die Menschen Nordafrikas zum Islam gehören, der noch immer gegensätzlich zum Christentum steht, obwohl beide Reli­gionen aus einer Quelle kommen, aus dem jüdischen Glauben.

Weg von der Religion, obwohl sie eine gewisse Rolle in der weiteren politischen und ge­sellschaftlichen Entwicklung dieses Landes spielen wird. Aber nicht nur in diesem Land, sondern auch die anderen Länder in Nordafrika und auf der arabischen Halbinsel werden von den Ausläufern dieser Revolte heimgesucht.

Jetzt hätte diese Revolte den Punkt erreicht, einen Staat aufzubauen, der sich Demokratie nennen darf, wenn er die Freiheit des Individuums und die allgemeinen Menschenrechte anerkennt, und nach diesen Grundsätzen eine eigene dem Lande zugeschnittene Verfas­sung erhält. Wir in Europa müssen jetzt davon absehen, dass diese Verfassung eine leichte religiöse Färbung bekommt, sowie auch die Verfassungen in Europa und anderen Ländern der westlichen Welt. Aber wichtig ist momentan, dass sich die Lage in Tunesien politisch stabilisiert, und der bürgerkriegähnliche Charakter der Auseinsetzung zwischen den einzelnen politischen Gruppen und der Regierung dem Ende zugeht.

Die sogenannten Mächtigen dieser Welt müssen jetzt häufiger damit rechnen, dass die Bürger sich nicht alles gefallen lassen, denn gerade die wirtschaftlichen Schwächen der einzelnen Länder beeinflussen den Weltmarkt und damit auch den Finanzmarkt negativ. Es kann auch zu Revolten aus wirtschaftlichen Gründen kommen, aber dann auch die so­genannten Reichen treffen. Denn die Revolte in Tunesien war nicht nur wirtschaftlich be­dingt, sondern bekam schnell eine politische Färbung, denn die Opposition des Landes mischte sich unter die unzufriedenen Bürger dieser Revolte.

Ich wünsche dem Land Tunesien und seinen Bewohnern für die Zukunft alles Gute.

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