Mittwoch, 26. Januar 2011

Heimatfront

Der Tatort in der ARD „Heimatfront“ am 23.01.2011 machte mich doch sehr nachdenk­lich, denn bei diesen Sendungen am Sonntagabend sehe ich nur die Unterhaltung und mehr nicht. Aber dieser Tatort hatte einen realen Hintergrund, wenn auch die Handlungen in diesem Film nach etwas überzogen erschienen, aber der Inhalt zeigt deutlich die Mög­lichkeit auf, wie es wirklich sein könnte, wenn junge Soldaten der Bundeswehr aus dem Kriegsgebiet Afghanistan nach Hause kommen.

Unsere Gesellschaft ist auf diese Einsätze nicht vorbereitet worden, denn bisher ging man davon aus, dass die Bundeswehr nur zur Abwehr eines Angriffs auf die Bundesrepublik Deutschland da sei, aber weit gefehlt. Die weltpolitische Lage hat sich grundlegend geän­dert, denn auch frühere Gegner wie Russland, Polen usw. sind oder befinden sich mit uns in einem Verbund, der sich gegen den Weltterrorismus verteidigen muß. Die Chinesen werden wahrscheinlich diesem Pakt beitreten, denn es wird nicht lange dauern,dass auch China in das Visier der Terroristen gerät, denn Pakistan und Indien haben schon gelegent­lich Besuch von Terroristen bekommen.

Zurück zu der ARD-Sendung „Heimatfront“. Im Verlauf dieser Sendung habe ich begrif­fen, dass ich der Blödmann bin, wenn ich in Afghanistan oder einem anderen Land Krieg führen muss, und anschließend nach Hause komme, und mit meinen kriegsbedingten Pro­blemen allein gelassen, sogar noch beschimpft und bespuckt werde.

Gut, man muß bei den einzelnen Soldaten unterscheiden, wie sie diesen Kampfeinsatz mit den Folgen wegstecken. Einer reagiert sehr sensibel auf die Geschehnisse während des Kampfeinsatzes, und er kann das Geschehene nicht so einfach wegstecken, und er gerät dadurch in eine schwere psychische Krise, die nur mit psychologischer Hilfe beho­ben kann.

Ein anderer wird damit gut fertig, er kann umschalten und sieht den Kampfeinsatz als Ge­schehen an, was geschehen ist, und nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Auch wenn er getötet haben sollte. Er sagt sich dann, dass dieses Töten aus Notwehr gesche­hen sei, aber nicht aus Lust am Töten.

Aber der Hintergrund dieses Filmes war einfach zu spüren, wie geht die Gesellschaft mit diesem Geschehen um?

Das Geschehen „Krieg“ ist in einem anderen Teil unseres Planeten, und viele meinen, der gehe uns nichts an, und der Einsatz der Bundeswehr sei nur für die Entwicklungshilfe für Afghanistan vorgesehen. Es ist eine schöne Entwicklungshilfe, wenn man mit der Waf­fe in der Hand den Menschen dort zeigt, wie sie Brunnen bohren oder Häuser und Stra­ßen bauen soll. Man scheut sich in Deutschland noch immer, das Ende des 2.Weltkrieges ist schon 65 Jahre her, das Wort „Krieg“ auszusprechen, aber man versäumt gleichzeitig, den heimkehrenden Kriegsteilnehmern – hier Soldaten – so zu empfangen, dass eine Na­tion stolz sein kann, dass sie international berufen ist, den Terrorismus weltweit mitzube­kämpfen. Dass dort wo gehobelt wird auch Späne fallen, das ist doch klar, denn man be­kommt nichts umsonst.

Ich wünsche nur eins, keinen Krieg mehr, aber wenn er nicht zu vermeiden ist, weil wir uns weltweit wehren müssen, dann soll man die Soldaten, die an diesem Waffengang teil­nehmen, auch die Möglichkeit anbieten, dass sie durch Therapien im Heimatland die Kriegsgeschehnisse besser verarbeiten können, aber nur durch geschultes Personal.

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