Dienstag, 25. Januar 2011

Burnout

Dieser Begriff bedeutet sehr viel in unserer Leistungsgesellschaft, denn er bedeutet doch soviel: „wie ausgebrannt, es geht nicht mehr“. Heute wird man von der Gesellschaft in­direkt gezwungen, mit seiner Leistung bezw.Arbeitskraft an die Grenze dessen zu gehen, was persönlich machbar ist, aber dann wird diese Grenze überschritten, und es kommt zu einen physischen und psychischen Zusammenbruch, oft ist es nur ein psychischer Zu­sammenbruch, der nicht mehr zu reparieren ist.

Physische Schäden können wieder hergestellt werde, durch Medikamente oder anderen Arten von Therapien, was auch bei einem psychischen Zusammenbruch der Fall sein könnte, aber die Psyche eines an Burnout leidenen Menschen ist schwer erfassbar, denn die Anzeichen für einen Burnout sind nur schwer zu erkennen, oder auch schwer zu ana­lysieren.

Ich habe selbst einen Burnout gehabt, und der Zusammenbruch kam plötzlich, sehr plötz­lich sogar. Bis zu diesem Burnout war ich sportlich und auch beruflich sehr eingespannt, und dazu kam die Familien, die aber im wahrsten Sinne des Wortes meine Oase der Ent­spannung und der Erholung war. Doch über Jahrzehnte ging der berufliche Stress, Bun­deswehr, Studium und dann die Tätigkeit in der Justiz als Diplomsozialarbeiter und -päd­agoge. Dazu kam der Sport, der auch eine Erholung darstellte, aber dann schließlich die Anzeichen eines Burnouts verdeutlichte. Als ich im Urlaub, ich war damals mit meiner Fa­milie in Urlaub, in Niedersachsen, als ich eines Morgens plötzlich mit heftigen Schmerzen im rechten Oberschenkel aufwachte. Dieser Tag war zudem unserer Heimreisetag. Jetzt hatte ich nur die Befürchtung, dass ich kein Auto fahren konnte, aber es ging trotzdem, weil ich auf der Heimfahrt häufiger Pausen machte.

Zuhause begann sich das Burnout richtig auszutoben. Die erste Nacht war schrecklich, denn die Schmerzen waren so stark, dass ich schon aus dem Fenster unserer Wohnung (3.Stock etwas 10 Meter hoch) springen wollte, aber die Gedanken an meiner Familie und meiner Verantwortung gegenüber dieser, hielten mich vor einer Selbstötung zurück.

Danach begann die Krankschreibung und der Marsch durch die ärztlichen Praxen, 27 ver­schiedene Ärzte wurden von mir aufgesucht. Der letzte Arzt, ein alter Psychiater, sagte mir, die Nerven im rechten Bein seien so geschädigt, dass ich nicht mehr dienstfähig sei, und ich müsse mich ständig bewegen, um das zentrale Nervensystem von dieser Schädi­gung abzulenken, was auch gut geklappt hat.

Heute sehe ich diese Schädigung als Burnoutsydrom an, denn nur wenn man seine Leis­tungsgrenze überschreitet, dann kommt es zu diesen Störungen.

Heute habe ich meinen 70-zigsten Jahrestag, den ich mit meiner lieben Ehegattin Doris und mit meiner lieben Tochter Anja feiern werde.

Wieviele Jahre noch folgen werden, das weiß ich nicht, aber ich lasse die Jahre auf mich zukommen, denn ich weiß, ich habe eine liebe Frau und eine liebe Tochter, denn für mich ist eine Familie sehr wichtig, und sollte es auch sein.

Vielen herzlichen Dank für die vielen Glückwünsche zu meinem Jahrestag.

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