Mittwoch, 29. Dezember 2010

Sterbehilfe durch Ärzte

Die Ärzte machen sich schon seit Längerem Gedanken, wie sie Menschen begegnen kön­nen, die sterben wollen. Es ist immer eine schwierige Situation, in der man selbst steht, wenn man selbst betroffen ist, d.h. wenn ein Verwandter Ehefrau oder Kind sagt: es wol­le sterben.

Ich weiss momentan nicht wie ich dann entscheiden würde. Sollte ich wirklich ein Mittel besorgen, damit derjenige, der um das Sterben bittet, sich selbst töten kann, oder lege ch selbst Hand an, und töte den Bittenden, aber das wäre Totschlag, im juristischem Sinne gesehen.

Wenn sich mit der Sterbehilfe wirklich einmal auseinandersetzt, so stellt man unschwer fest, dass die Sterbehilfe nicht so einfach ist wie sie manchmal von Nichtbetroffenen dar­gestellt wird. Ich will hier einmal von der Tatsache der Euthanasie gedanklich weggehen, denn dieser Gedanke ist wirklich nicht hilfreich, denn die Euthanasie fand unter anderen Voraussetzungen statt, die mit der tatsächlichen Sterbehilfe nichts zu tun hat.

Bei der Euthanasie ging es den Nationalsozialisten um die Vernichtung von Leben, d.h.­man tötet behinderte Menschen, die als minderwertig galten im Sinne der nationalsozia­listischen Ideologie, also als unwertes Leben, man kann dazu nur sagen, welch ein Blöd­sinn. Es gibt kein unwertes Leben, denn Leben ist Leben, egal ob ich behin­dert bin oder nicht.

Zurück zur Sterbehilfe. Ich bin für eine Sterbehilfe, denn wenn jemand unheilbar krank ist und aus diesem Grunde sterben möchte, so sollte man den Wunsch dieses Menschen erfüllen. Ein Arzt kennt sich in der Wirksamkeit von Medikamenten gut aus, und er kann dem unheilbar Kranken, der sterben möchte, dieses Mittel reichen, damit der es selbst einnimmt, und dann ruhig einschläft, ohne Schmerzen zu haben. So ist auch meine Mut­ter gestorben, die Wasser in der Lunge hatte und unter sehr starken Schmerzen litt. Sie wollte sterben, denn sie war so etwas wie lebensmüde. Die Heilung ihrer Erkrankung war nicht möglich, und ich bin sehr froh, weil man sie sterben liess, denn mit 80 Lebens­jahren ist der natürlich Tod oder das natürliche Lebensende schon sehr nahe.

Wenn man selbst betroffen ist, weil man in der eigenen Familie einen Todkranken zu be­treuen hat, und täglch das Leid dieses Menschen sieht, so ist man gewillt, die Sterbehilfe anzunehmen, weil sie eine Erlösung für den Sterbenskranken ist, aber es hat nichts mit der Euthanasie zu tun, denn Euthanasie ist ein willkürliches Vernichten von Leben, das von einem Staat organisiert wird, und so etwas lehne ich grundsätzlich ab.

Die Sterbehilfe hingegen ist eine Erlösung für einen Sterbenskranken der wirklich unheil­bar krank ist und unter sehr starken Schmerzen leidet, die nicht einmal durch Schmerz­mittel gelindert werden können. Hier könnte man sagen, wäre es eine Gnade für den Kranken, der sterben will, die Sterbehilfe anzuwenden.

Dass die Sterbehilfe für den Arzt eine seelische Belastung ist, weil er dazu ausgebildet wurde, Leben zu erhalten, wird wohl jedem verständlich sein, aber gleichzeitig hat der Arzt auch die Verpflichtung dem Wunsch des Unheilbarkranken nachzukommen, zu ster­ben, wenn es soweit ist, weil die Krankheit ein Weiterleben nur unter unerträglichen Schmerzen unzumutbar wird.

Ich selbst wünsche mir, wenn ich selbst einmal unheilbar krank sein sollte und unter sehr starken Schmerzen leiden müsste, dass man auch mir ein Mittel geben würde, das mich einschlafen lässt, und ich aus diesem Schlaf nicht mehr erwache.


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