Dienstag, 28. Dezember 2010

Justiz-Willkür

In Russland wird es vorläufig keine wirkliche Demokratie geben, weil die russische Gesell­schaft noch nicht soweit ist. Es herrscht noch immer der Gedanke nach bedingsloser Macht, sowie es während der sowjetischen Ära der Fall war, denn man will Macht und man holt sich diese Macht, mit Geld oder mit guten Beziehungen im politischen Umfeld oder im Umfeld des Militärs. Und in dieser Beziehung ist Putin noch immer der Mann der Stunde, denn seine Beziehungen in den Nachrichtendienst sind über lange Jahre gewach­sen, denn er war selbst Nachrichtnoffizier des sowjetischen Geheimdienstes gewesen, also besitzt er die Macht im russischen Staat.

Auch wenn dieses land nicht mehr Sowjet-Union heißt, so sind die Strukturen noch immer die Strukturen des alten Staates Sowjet-Union, und so wird es auch noch bleiben, wielan­ge, das ist fraglich.

Aber in dieser Sache, die ich als Beispiel für Justiz-Willkür in Russland genommen habe, stehen sich zwei Persönlichkeiten gegenüber, die an die Macht wollen, bezw. die eine Persönlichkeit, die schon an der Macht ist. Chondorkowski, einer der reichsten Männer Russland, vor seiner Inhaftierung, wollte auch politisch an die Macht, den Weg der russi­schen Zaren antreten, aber es war ihm einer im Weg, der sich schon politisch über das ehemalige Sowjet-Regime an die Macht gemogelt hatte, und jetzt der Zar aller Russen ist, auch wenn nicht viele Russen hinter ihm stehen, aber das macht einem russischen zaren nichts aus, wenn die Sicherheitskräfte, der Geheimdienst und die Armee zu dem Zaren halten.

So meine lieben Freunde ist die russische Seele aufgebaut, so dass ich mich selbst frage, warum übernehme ich nicht den Posten eines russischen Zaren oder des russischen Za­ren, denn vom Charakter passe ich gut in dieses Bild, denn meine Seele lechzt danach, Mütterchen Russland zu beherrschen sowie einst Iwan der Schreckliche.

Gut, Spass beiseite und zurück zu den Helden des Alltags in Russland. Wenn zwei Män­ner aufeinanderprallen, die die politische macht in einem Lande anstreben, aber einer die­ser Männer schon der politisch Mächtigere ist, dann kommt es garantiert zu einem juristi­schen Schusswechsel zwischen beiden Männern und seinen Anhängern.

Dass Kamerad Putin seinen Widersacher Chondrowski loswerden will, könnte man als menschliches Verhalten bezeichnen, welches ganz normal ist, aber die Art und Weise wie es Putin macht, entspricht nicht demokratischer Geflogenheiten, obwohl ich bin mir nicht sicher, ob es nicht auch bei uns so etwas gibt wie zwischen Chondrowski und Putin. Es sei jetzt einmal dahingestellt.

Wo ist jetzt die Justiz-Willkür? Sie liegt in der Anklage und der Verurteilung von Chon­drowski, denn die Staatsanwaltschaft nimmt die Vorgaben von Putin wahr, und das Ge­richt richtet sich im Urteil nach den Vorgaben von Putin, der sich jetzt als Herrscher aller Herrscher präsentiert.

Man könnte diesen Vorgang zwischen Chondrowski und Putin als Komödie betrachten oder bezeichnen, aber ich mache es nicht, denn dazu ist dieser politische-juristische Vor­gang viel zu ernst.

Die Justiz in Russland bleibt ein Unternehmen des Präsidenten Ruslands , also eine Insti­tution er Unterdrückung der Bürger Russlands. Wer nicht spurt wird verurteilt. Ich hätte beinahe gesagt bezw. beinahe wäre es mir rausgerutscht: oh, glückliches Russland. Bit­te verzeiht mir diesen schlechten Geistesblitz. Ob es ein Geistesblitz war, ist wohl bei mir nicht nachvollziehbar, denn unter Blitz verstehe ich etwas anderes.

Ich warte erst einmal ab, wie es mit Putin und Chondrowski weitergeht, vielleicht lieben sich beide eines Tages, kann doch auch möglich sein.

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