Donnerstag, 30. Dezember 2010

Hartz IV

Der Streit um Hartz IV ist wirklich ein politischer Streit, obwohl sich alle Parteien einig sind, die Ausgaben für Hartz IV zu senken.

Alle Politiker sprechen immer davon, dass sich die Langzeitarbeitslosen um eine Arbeit bemühen sollen, aber woher die Arbeitsstellen bekommen, wenn die Unter­nehmen keine Arbeitsstellen anbieten, oder nur Arbeitsstellen anbieten, die unter­bezahlt werden, so dass der Betroffene trotzdem Hartz IV beantragen muss, um leben zu können.

Aber wie soll ein Arbeitsloser zu einem Arbeitsplatz kommen, wenn keine Ar­beitsplätze zur Verfügung gestellt werden? Es gibt Arbeitsplätze genug, aber die­se Arbeitsplätze werden oft unterbesetzt, d.dh.ein Arbeitnehmer verrichtet die Ar­beit für zwei bis drei Arbeitnehmer, macht Überstunden jede Menge und wird nur für die Tätigkeit an einem Arbeitsplatz bezahlt.

Warum denn dieses, so frage ich mich? Eigentlich gibt auf diese Frage eine einfa­che Antwort, die Arbeitgeber wollen Kosten sparen, um persönlich die Profite aus der Arbeit weniger Arbeitnehmer ausschöpfen. Wenn die Arbeitgeber genügend verdient haben, es geht hier oft in die Millonen, dann gibt er die Firma auf, also werden die Arbeitnehmer dann oft entlassen, und sie landen dann bei der Agentur für Arbeit.

Jetzt kommt der Witz, die Politker schimpfen auf die Arbeitslosen, und diese wer­den dann auch oft mit dem Ausdruck „faules Pack oder Gesindel“ bezeichnet, aber die Politiker sehen nicht Arbeitgeber oder wollen ihn nicht sehen, der diese Situation bewusst herbeigeführt hat.

Gut, es ist ein etwas komisches Beispiel, aber dieses Beispiel habe ich aufgeführt, weil ich es selbst in Erfahrung gebracht habe, als ich noch bei der Staatsanwalt­schaft im Ermittlungsdienst war.

Die Arbeitgeber sollten sich wieder an die Massstäbe halten, die für unser Land von Wichtigkeit sind, dass alle Menschen, die arbeitsfähig sind, auch Arbeit ha­ben, um durch diese Arbeit ihren Lebensunterhalt bestreiten zu können.

In Deutschland gibt es genügend Arbeit, eigentlich Arbeit für alle Menschen, die arbeiten wollen, nur werden diese Arbeitsplätze mit einem geringen Stundenlohn belegt, so dass der Arbeitssuchende diese Arbeitsplätze meidet, obwohl diese Ar­beitsplätze so geschaffen sind, dass ein voller Stundenlohn bezahlt werden könnte, wenn der Arbeitgeber nicht so profitgeil wäre.

Die Politik sollte sich nicht an den Langzeitarbeitslosen oder Arbeitslosen halten und sich an denen mit seinen Hetztiraden aufhalten, sondern die Politik sollte die Arbeitgeber dazubringen, Arbeitsplätze bereitzustellen und ihre Profitgier dämp­fen, sondern mehr das Gesamte sehen, also ein Volk, das in Arbeit ist und seinen Lebensunterhalt selbst verdient.

Nur das wird ein frommer Wunsch meinerseits bleiben, weil die Selbstsucht nach persönlichem Vorteil beim Menschen grösser ist, als das soziale Engagement ge­genüber der Allgemeinheit.

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