Freitag, 2. Juli 2010

Der Bundespräsident

Gestern wurde der neue Bundespräsident gewählt. Erst nach dem dritten Wahldurch­gang stand fest, wer zum neuen Bundespräsident gewählt wurde, es war, wie wir alle jetzt wissen, Herr Wulff der ehemalige Ministerpräsident von Niedersachen, ein sehr junger Politiker, der dieses verantwortungsvoll Amt antritt.

Was mich an dieser Art und Weise, wie der Bundespräsident gewählt wird, stört, ist, dass nur Abgeordnete und ausgewählte sogenannte prominente Bürger an dieser Wahl teilnehmen dürfen, das Volk, die Bürger unseres Landes werden aussenvor ge­lassen, also für politisch unmündig erklärt.

Warum denn diese Wahl und andere Wahlen, z.B. für den Bundestag oder für den Landtag, wenn der Bürger für politisch unmündig gehalten wird. Ein Unmüdiger braucht jemanden, der für ihn die Verantwortung übernimmt, besonders wenn der Unmündige nach aussenhin vertreten werden muss, wie z.B. gegenüber von Ämtern, Gerichten, beim Schliessen von Verträgen u.s.w.

Durch die sogenannten Volksvertreter, den Abgeordneten, werden wir bei dieser Wahl vertreten, indem wir für unmündig erklärt worden sind, denn es nützt nichts, wenn man jetzt Vertreter aus dem Lager prominenter Bürger hervorzaubert, um den Anschein zu bewahren, das Volk habe den Bundespräsidenten gewählt.

Politiker, die derartige Gesetze beschliessen, die dann auch noch in die Verfassung eines Landes, hier in die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland, eingebunden werden, sind keineswegs demokratisch gesinnt, sondern sie wolen nach einer Wahl in den Bundestag oder Landtag, etwas Besonderes sein, eine elitäre Klasse oder eine besondere Menschenrasse.

Man kann ein Amt, dass für das ganze Volk da sein sollte oder ist, von der Wahl durch das Volk das Volk nicht ausschliessen und meinen, nur die Volksvertreter dür­fen einen Menschen in dieses Amt wählen, der aber das ganze Volk nach Aussen ver­tritt. Wenn dieser Amtsinhaber nur von einer bestimmten Gruppe von Menschen ge­wählt wird, dann vertritt er auch diese gewählte Gruppe, und keine andere Gruppe, also nicht das Volk, die die Mehrheit in unserem Lande haben dürfte.

Wenn man nun sagt, die Abgeordneten seien doch vom Volk gewählt worden, und sie seien damit auch vom Volk beauftragt worden, den Bundespräsident zu wählen, das ist wohl ein denkfehler, denn ich kann nicht jemanden ohne meine schriftliche Ge­nehmigung zu meinem Vertreter machen, weil die Wahl von Parlamenten eine andere ist, als die Wahl eines Bundespräsidenten. Die Wahl eines Bundespräsidenten wird durch den Fraktionszwang entschieden und nicht durch eine freie Abstimmung, aber das Volk wird frei entscheiden, wer dieses höchste Amt in der Bundesrepublik Deutschland vertritt, nicht nur die Politiker und ausgewählte Wahlmänner des Vol­kes.

Demokratie geht vom ganzen Volke aus, und nicht von den Parteien, denn wer sei­ne Mitglieder zu ganz bestimmten Entscheidungen zwingt, darf sich nicht demo­kratisch nennen.

Keine Kommentare: