Dienstag, 29. Juni 2010

Sterbehilfe

Gestern am 25.06.2010 entschied der Bundesgerichtshilfe über die Sterbehilfe, und der Bundesgerichtshof nannte einige Fakten, die, wenn diese Fakten bei Patienten, die unheilbar krank sind, auftreten, einem Angehörigen die Sterbehilfe erleichtern, aber, so der BGH, der Patient muss für einen derartigen Schritt seine Einwilligung geben.

In einem derartigen Fall, gerade bei Komapatienten, wäre eine Patientenverfügung, die schon vorher erstellt wurde, von Bedeutung, denn es ist schwierig einem Koma­patienten zu befragen, ob er sterben wolle oder nicht, so wie einen Toten zu fragen, ob er noch lebe oder tot sei.

Einerseits schwebt man in einer Zone zwischen: „wann soll ich das Recht auf Sterbe­hilfe einem Angehörigen gegenüber oder mir gegenüber anwenden lassen oder am­wenden“. Denn in diesem psychischen Zwiespalt muss ich persönlich entscheiden können oder entscheiden, denn ich muss mir im Klaren darüber sein, dass bei mir die alleinige Entscheidungsgewalt liegt, wenn die Verfassung unseres Staates mir die rechtliche Möglichkeit gibt, über die Sterbehilfe zu entscheiden.

Über einen Fall der möglichen Sterbehilfe zu entscheiden, ist sehr schwierig, weil viele ethische Faktoren in der Entscheidung eine Rolle spielen, besonders die per­sönliche Erziehung, aber auch die Zuneigung zu der Person, über dessen Zustand und dessen Veränderung ich selbst entscheiden muss. Mir wird bei der Entscheidung über die Anwendung der Sterbehilfe keine Hilfe zukommen, weil ich wirklich nur auf mich selbst angewiesen bin, hier die Entscheidung zu treffen.

Hier kommt es zu einer Spaltung zwischen dem Recht der Gesellschaft und meiner Individualität, Recht und Individualität in Einklang zu bringen, wenn ich mich für die Entscheidung der Sterbehilfe entscheide.

Ich bin prinzipiell gegen die Sterbehilfe an Menschen, wenn diese noch leben und ihr eigenes Leben selbständig leben können, auch wenn sie auf Hilfe Dritter ange­wiesen sind, aber wenn sie ihre Umwelt bewusst wahrnehmen können.

Aber für eine Sterbehilfe bin generell, wenn jemand nicht mehr leben kann, weil sie oder er das Leben nicht mehr bewusst erleben kann, und nur noch dahinsiecht ohne am Leben teilnehmen zu können. Oder die Schmerzen aufgrund seiner Erkrankung so stark sind, und diese nicht mehr behnadelt werden können, und der Betreffende selbst den Wunsch äussert, zu sterben. Warum sollte man seinem Verlangen nicht nachkom­men?

Im Fall der Sterbehilfe sollten die religiösen Einwende gegen oder für eine Sterbehil­fe wegfallen, aber es ist leichter gedacht als objektiv getan.

Ob jemand mit religiöser Begleitung sterben will, das sei jedem selbst überlassen, denn nur der Sterbende selbst sollte auch im Sterben seine Würde als Mensch behal­ten, sowie er im Leben die Menschenwürde trug.

Ich wünsche jedem Menschen, der sich auf den Pfad des Todes begibt, ein leichtes Sterben, also einen sanften Tod.

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