Sonntag, 16. Mai 2010

Würde des Menschen

Der Europäische Gerichtshof hat über die Klage eines deutschen Häftlings entschie­den, der wegen schwerer Straftaten eine Haftstrafe verbüsst, und nachträglich wurde für den Verurteilten Sicherungsverwahrung angeordnet.

Der Europäische Gerichtshof sah darin, in der nachträglichen Anordnung der Siche­rungsverwahrung, ein Verstoss gegen die Menschenrechte. So dass ich anfangs, als ich über die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs erfuhr, nicht schockiert war, aber meine Psyche teilte sich in zwei Hälften. Einerseits mit einem Verständnis für die Opfer dieses Täters, aber auch gleichzeitig für ein Verständis der Menschen­rechte, die ich nicht vermissen möchte, und die ich durch Urteile der Gerichte als ge­sichert wissen möchte.

Der Verurteilte, also der Häftling, wird auf freiem Fuss gesetzt, er wird jetzt ein frei­er Mensch sein, ich finde es gut, aber dann tauchen bei mir doch auch andere Ge­danken auf, die mir zuflüstern: was ist, wenn der Häftling nach seiner Haftentlassung wieder schwere Straftaten vergeht, und wenn bei diesen Straftaten Menschen getötet werden, wer trägt dann die Verantwortung für die Entlassung des Straftäters?

Der Anwalt des Häftlings, der die Klage beim Europäischen Gerichtshof eingereicht hatte, bestimmt nicht, und die Richter am Europäischen Gerichtshof, die so geurteilt haben, auch nicht. Also trägt das Opfer wieder einmal die alleinige Schuld.

Derartige Urteile führen immer zu einem Zwiespalt in sich selbst, wenn man die Menschenwürde aller Menschen betrachtet, denn dann kommt man auch zu einem Ergebnis, wenn man ja oder nein sagen muss, dass beides ja und nein eine Aussage erhält, also zu einem Jein.

Dass man Menschen, die schwere Straftaten gegen die Allgemeinheit ausführen, und die nicht resozialisiert werden können, die müssen leider für immer weggeschlossen werden, was sich wieder einmal sehr brutal anhört, wenn ein Verfechter der Men­schenrechte für alle Menschen ist.

Ich werde voraussichtlich ab Oktober 2010 mit den Studien des Staatsrechts der Bundesrepublik Deutschland beginnen. Leider hat meine liebe Tochter nicht mit dem Jurastudium begonnen, sie hätte aufgrund ihres Verstandes eine gute Anwältin abge­geben, und vor der hätte ich fachlichen Respekt gehabt.

Also bis bald, meine Lieben.

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