Freitag, 2. Oktober 2009

Erholung

Jetzt habe ich mich so einigermaßen erholt, aber wie lange diese Erholung anhalten wird, das ist mir unbekannt, aber ich hoffe, es wird doch etwas anhalten, so dass ich weiterblö­deln kann.

Ich bin aus der ruhenden Versenkung, die ich mir selbst verordnet hatte, wieder aufge­taucht, weil es am letzten Sonntag die Wahlen zum Bundestag gab. Natürlich bin ich wäh­len gegangen, obwohl ich in den Tagen und Wochen, aber auch Monaten, davor immer meinen Spruch ertönen ließ: ich werde nicht wählen gehen, weil die ganzen Parteipro­gramme eine grosse Lüge seien.

Nach ja, von den vielen Parteiprogrammen halte ich nicht sehr viel, denn die sagen nur das aus, was die Parteien nicht sagen wollen, denn die sagen: die einzelnen Punkte in den Programmen werden von uns nie verwirklicht werden.

Also käme man dann zu einem Schluss, die Programme sind gelogen. Ich mache mir nichts mehr daraus, denn mit Lügen kann ich gut leben, weil ich schon sehr viele Lügen gehört habe, denn der Mensch ist ein Meister in der Lüge oder auch Unwahrheit genannt.

Besonders bei den Politikern ist der Hang zur Unwahrheit sehr ausgeprägt, weil er durch die Unwahrheit oft seine Stimme zur Wiederwahl bekommt. Aber wer lügt nicht, denn ich Lüge auch, bezw.meine Unwahrheit ist so angesiedelt, dass man sie nicht als Unwahrheit erkennt, sondern der Meinung ist, es sei die Wahrheit.

Aus diesem Grunde bin ich auch zur Wahl gegangen, deshalb bin ich gezwungen worden,aus der Versenkung aufzutauchen.Es war sehr interessant zur Wahl zu gehen, denn man trifft bei der wahl immer alte Bekannte, die genauso gut lügen oder sogar bes­ser als ich, das kann ich ohne Neid voll bestätigen. Aber was solls, ich bin meiner Bürger­pflicht optimal nachgekommen, und ich habe gewählt.

Natürlich habe ich eine Partei gewählt, die nicht gewinnen durfte, denn ich stehe gerne auf der Seite der Unterdrückten und Geknechteten, weil die mein uneingeschränktes Mitleid haben, denn sie stehen auf der Strasse der Verlierer. Ich kämpfe für sie, obwohl ich immer erkenne, dass sie nie gewinnen können, weil sie nicht den Mut aufbringen zu kämpfen.

Aber jetzt kämpfe ich nicht mehr, weil mein Alter sehr fortgeschritten ist, und weil ich auf­grund meines langen Lebens erkannt habe, dass der Mensch eine soziale Niete ist, mich eingeschlossen.

Also lasst uns alle wählen, es ist egal, welche Parteien wir wählen, denn sie sind alle gleich, weil sie von Menschen geführt werden, und deren Programme von Menschen ent­wickelt wurden, ob auf der Toilette oder im Bett der Geliebten.

Der Friede sei mit euch, und das ist nicht die Unwahrheit, ich meine es aufrichtig.

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