Sonntag, 12. Juli 2009

Opfer-Täter-Verhältnis

Nach einer Tat oder auch einem Verbrechen, geht es beiden, die an dieser Tat oder dem Verbrechen beteiligt sind, nicht sehr gut, so das Gefühl der beiden Beteiligten, denn das Verbrechensopfer leidet, aber auch der Täter, wenn er erwischt wurde.

Der Täter kommt zumeist in Polizeigewahrsam, das Opfer wird zum Hergang der Tat ver­nommen, aber dann anschließend nach Hause geschickt. Die Polizei interessiert sich nach der Einvernahme des Opfers, nur noch für den Täter, denn die Polizei muss die Sta­tistik ausfüllen, und die Vernehmungsprotokolle an die Staatsanwaltschaft schicken, damit die Staatsanwaltschaft Anklage vor dem zuständigen Gericht erheben kann.

So, bisher hat man sich nur für den Täter interessiert, aber nicht für das Opfer. Mit der Ge­richtsverhandlung tritt das Opfer wieder in Erscheinung, natürlich nur als Zeuge, aber nach der Verhandlung verschwindet das Opfer wieder in die Versenkung des Vergessens, aber der Täter nicht, denn die Strafe muss am Täter vollstreckt werden, die Geldstrafe, die Bewährungsstrafe oder der Vollzug der Freiheitsstrafe in der Strafvollzugsanstalt.

Was geschieht mit dem Opfer? Das ist eigentlich die grosse Frage, besonders bei uns in Deutschland. Gar nichts geschieht. Das Opfer kann froh sein, wenn es nicht die Gerichts­kosten für den Täter tragen muss, aber die Kosten aus der Tat muss das Opfer sowieso tragen, denn eine Versicherung gibt es nicht.

Aber jetzt versucht man über die Bewährungs-Gerichtshilfe einen Opfer-Täter-Ausgleich zu finden, was ich sehr gut finde. Es ist psychologisch sehr schwierig, beide Personen an einen Tisch zu bringen, denn die Erwartungshaltungen von Opfer und Täter sind unter­schiedlich, und es bedarf sehr viel Fingerspitzengefühl, beiden Menschen gerecht zu wer­den, was natürlich nicht geht, sondern man wird nur einen Kompromis finden, mit dem alle an diesem Verfahren Beteiligten leben müssen.

Trotzdem wird in unserer Gesellschaft das Opfer sehr oft vergessen oder auch mit seinen Problemen, die aus diesem Geschehen entstanden sind, allein gelassen.

Friede sei mit euch, ihr Erdenbürger, aber ich sage nur, wenn der Anfang gemacht wird, dann folgt auch eine Ende.

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