Mittwoch, 22. Juli 2009

Der 20.Juli

Gestern war es wieder der 20.Juli, der wie manche Gedenktage in einem Lande, eine Be­sonderheit hat, die nur für Deutschland gilt. Besonders bei der Bundeswehr wird dieser Tag gedacht, an den Mut einiger Offiziere, Hitler zu beseitigen.

Über die Motive der Offiziere der damaligen Wehrmacht, die sich an dem Attentat beteilig­ten, kann nachdenken, wie man eigentlich will, aber zu einer einheitlichen Motivlage kommt man dann, wenn man die sich abzuzeichende Niederlage der Wehrmacht sieht, und gleichzeitig auch die Unfähigkeit von Hitler eine Armee nach taktischen Grundsätzen so zu führen, dass keine grossen Verluste erleidet.

Ich kenne diesen Tag, der bei der Bundeswehr als der Tag galt, der unbedingt den Solda­ten nahegebracht werden sollte, denn es ging um Offiziere, nicht um die Unteroffiziere und Mannschaften. Besonders die Offiziere der Bundeswehr knieten sich in die Sache hinein, um etwas Besonderes zu leisten, aber selbst mir ging dieser sogenannte Gedenktag nicht besonders nahe, denn für mich war die damalige Situation als Soldat bei der Bundeswehr wichtiger, weil ich mit dem geleisteten Eid nicht auf eine Person vereidigt worden bin, son­dern zuerst auf mein Volk und damit auf alle freien Menschen, und gleichzeitig alles für die Menschen zu tun, die in Unfreiheit lebten.

Der 20.Juli 1944 war für mich ein geschichtliches Ereignis, das mir deutlich zeigte, dass eine Diktatur immer auf der Abschussliste einer Menschen steht, die frei sein wollen, aber es kann auch sein, dass eine Diktatur durch eine andere Diktatur abgelöst wird.

Was hätte der 20.Juli 1944 gebracht, wenn Hitler wirklich beseitigt worden wäre? Ich kann mir als Antwort alles Mögliche vorstellen, aber auch die Vorstellung hätte ich, dass Deutschland total hätte kapitulieren müssen, und dass Kriegsverbrecherprozesse trotz­dem stattgefunden hätten. Auch die Opfer in den Konzentrationslagern wären zur Sprache sowie die Greueltaten in den besetzten Ländern. Und man hätte Deutschland trotzdem besetzt und in vier Besatzungszonen aufgeteilt.

Man könnete deshalb auch sagen, das Attentat hätte für Deutschland in der damaligen Kriegs- und Nachkriegssituation nichts gebracht, denn man muss auch die Situation des 1.Weltkrieges einkalkulieren, den Hass von damals den den Siegermächte auf Deutsch­land hatten.

Aber ich gönne dem deutschen Volk diesen Tag besonders den Offizieren, obwohl den jungen Offizieren dieser Tag egal ist, mir nämlich auch, denn in der Zwischenzeit sind 65 Jahre vergangen, und meine Einstellung zu vielem aus dieser Zeit, um den 20.Juli, ist eine wesentlich andere geworden.

Friede sei mit euch Menschen, denkt daran, wenn ein Attentat geschieht, dann soll sich danach für alle Menschen etwas zum Positiven ändern.


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