Donnerstag, 18. Juni 2009

Berufssoldat in der Bundeswehr

Der derzeitige Inspekteur der Bundeswehr beschwert sich über den inneren Zustand der Bundeswehr, damit meint er die hohe Erwartungshaltung von Bundeswehrsoldaten, aber ich frage mich: welche Erwartungshaltungen haben diese Soldaten, die zum überwiegen­den Teil Berufssoldaten und Zeitsoldaten sind.

Der Inspekteur monierte besonders die uneffektive Befehls- und Zuständigkeitsstruktur in der Bundeswehr, was mich in meinen letzten Jahren als Zeitsoldat (12 Jahre) auch ärger­te, weil sich viele Vorgesetzte nicht zuständig fühlten, wenn man etwas wollte, besonders dann, wenn es um eine zusätzliche Geländeübung ging, die eine Ausbildungslücke füllen sollte. Dann wurde immer daraufhingewiesen, es sei im Ausbildungsplan nicht vorgese­hen, und deshalb könne man die Übung dulden.

Früher, zu meiner Dienstzeit, standen die Berufssoldaten zu dem was sie waren, denn sie übten den Beruf eines Soldaten aus. Sie wussten auch, dass sie zu jeder Zeit in den Ein­satz geschickt werden konnten, also hatten sie sich seelisch daraauf vorbereitet. Mir als Zeitsoldaten erging es auch nicht anders, denn ich war bei den Luftlande-Pionieren. Meine Pionierausbildung war sehr intensiv und umfangreich, aber der Umgang mit Sprengstoff war immer mit Gefahren verbunden, denn wir hatten noch Sprengkapseln aus den Jahren 1944 und 1945. Bei diesen Sprengkapseln wusste man nicht im voraus, wann sie losgin­gen. Mir war die Gefahr immer bewusst, aber ich war trotzdem gerne Pionier. Auch als Fallschirmspringer bestand immer die Gefahr, dass sich der Fallschirm bei Sprung nicht richtig entfalten würde, und trotzdem bin ich sehr gerne gesprungen, so dass ich immer Sehnsucht bekomme, wenn in den Medien der Fallschirmsprung gezeigt wird.

Wenn ich nicht meine liebe Frau kennengelernt hätte, dann wäre ich auf jeden Fall Berufs­soldat geworden, denn ich habe mich schon als junger Mann immer mit diesem Beruf ver­bunden gefühlt.

Und ich habe damals schon gewusst, welche Verpflichtungen ich als Berufssoldat gehabt hätte, aber meine Erwartungshaltungen wären die eines Berufssoldaten, nur Soldat zu sein, für die Menschen da zu sein, die Wehrlosen zu beschützen und ein zerstörtes Land wieder aufzubauen. Deshalb bin ich auch Pionier geworden, und im besonderen Luftlan­de-Pionier, der den Feind aus der Luft überrascht.

Aber Friede sei mit Euch, denn nur der Friede zwischen uns Menschen, kann uns das Glück für ein friedliches Zusammenleben bringen. Denn der Feind der Menschheit ist in uns Menschen zu sehen, darum müssen wir uns selbst besiegen.


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