Donnerstag, 7. Mai 2009

Gespaltene Zunge

Ihr kennt doch alle den Begriff „gespaltende Zunge“? Man verwendet diesen Begriff häufi­ger dann, wenn man von Schlangen spricht. Nun weiss jeder Mensch, dass die Schlange in der Bibel als Ursache für den Sündenfall dargestellt wird, aber hier taucht mehr die Urangst des Menschen vor Schlangen auf, darum wird die Schlange als irgendetwas Ne­gatives bezw. Böses gesehen.

Es gibt noch etwas, dass ich in meinen jahrelangen Forschungen entdeckt habe, aber ei­gentlich mehr durch Zufall, dass zum Beispiel auch die Frauen, der Gegenpart zu uns Männern auch eine gespaltene Zunge haben. Wenn zwischen 24.00 und 00.00 Uhr seine Frau im Schlaf beobachtet, und die Frau steckt kurz die Zunge aus dem Mund, aber nur in diesem Zeitraum, dann sieht man die gespaltene Zunge, aber nur für diesen kurzen Mo­ment wird sie sichtbar.

So ist das mit uns Menschen, wir wissen gar nicht, was in uns alles im Verborgenen la­gert, selbst ich habe Einiges, was man bei mir nicht vermutet.

Schon als kind bezw. Jugendlicher war ich ein komisches Exemplar von einem Menschen. Auch wir gründeten in unserer Jugend eine Jungengang, aber ich habe mich immer ge­drückt, Chef dieser Gnag zu werden. Ich habe es mit dem alten Bismarck gehalten, der die eigentliche graue Eminenz in der kaiserlichen Regierung blieb, denn er hatte eigentlich das Sagen.

So ar es auch bei mir. Ich redete einen sehr eindringlich zu, doch Chef der Gang oder bande zu werden, aber ich hielt mich immer im Hindergrund, denn ich war anschliessend die graue Eminenz mit der gespaltenen Zunge, was keiner ahnte, ich schon.

An und für sich hatte ich immer die Fäden bei den Entscheidungen des Chefs gezogen, auch habe ich ihn ab und zu ins Abseits laufen lassen, um ihn zu zeigen, dass er ohne seine Kumpels nichts ist, als nur ein ordinärer Rülpser.

Auch heute, in meinem Rentenalter, versuche ich manmal andere vor den Schlitten zu spannen, indem ich mich zurückhalte und einen anderen Menschen aussuche, der gerne die Verantwortung übernimmt, aber ich flüster ihm zu, was eigentlich getan werden soll. Mir macht es spass, andere finden es fies, aber darüber kann ich nur lachen, weil ich kei­nen Menschen aufhalten will, der unbedingt seine Minderwertigkeitskomplexe aufarbeiten will, wenn er in der Öffentlichkeit steht. Aber ich habe keinen Bock darauf, unbedingt in der Öffentlichkeit zu stehen.

Naja, so schlimm bin ich jetzt nicht, denn von meinem jugendlichen Image bin ich seit mei­nem 15.Lebensjahr abgegangen, weil sich unsere Jugendgruppe auflöste. Die einen gin­gen in die Berufsausbildung, und ich besuchte weiterhin die Realschule bis zu meinem 17.Lebensjahr. Danach kam die schönste Zeit in meinem noch jungen Leben, ich wurde Fallschirmjäger bei der Bundeswehr. Gut, da habe ich meine Vorgesetzten aus der Fas­sung gebracht, aber das ist schon lange her.

Keine Kommentare: