Donnerstag, 28. Mai 2009

60 Jahre

Als ich acht Jahre alt war, das war 1949, wurde das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland geboren, und ein neues Staatengebilde entstand, der Förderalismus eines Staates entstand, der sich aus Ländern zusammensetzte, den heutigen Bundesländern.

Ich als Achtjähriger nicht sehr viel von dem ganzen Trubel mitbekommen, aber in den fol­genden Jahrzehten habe ich das Grundgesetz miterlebt, auch in der Wandelbarkeit von Gesetzen und Beschlüssen im Rahmen der Verfassung und damit auch im Sinne des Grundgesetzes.

Heute, nach über sechs Jahrzehnten kann ich sagen, das Grundgesetz hat sich wirklich bewährt, auch wenn es manchmal vor harten Proben gestellt wurde, besonders ab 1968 bis in die Mitte der 70-ziger Jahre, als die Jugend revoltierte, weil sie noch mehr Freiheit verlangte, und zwar die, die im Grundgesetz standen, und man verlangte gleichzeitig die Umsetzung des Grundgesetzes in seiner Vollkommenheit.

Gut, es hätte nicht mit Androhung von Gewalt geschehen sollen, denn Gewalt ist ein sehr schlechter Ratgeber. Man muss sich einmal vorstellen, woher die sogenannten Väter des Grundgesetzes kamen, welche Funktionen sie vor 1949 ausfüllten bezw. vor dem Krieg und während des Krieges?

Einige waren in der früherer NSDAP als Mitglied, was nach dem Kriege verschwiegen wurde, was sehr menschlich ist. Andere wieder waren Soldat und wieder andere sassen in Gefängnissen oder Konzentrationslager der Nationalsozialisten. Jetzt nach dem Kriege wollte man die Vergangenheit zurückdrängen, obwohl sich die Vergangenheit nicht so schnell zurückdrehen lässt, auch kann die Vergangenheit nicht vergessen werden.

Diese Väter haben es trotzdem geschafft, ein Werk einer Verfassung zu entwickeln, das als oberstes Gebot und ersten Artikel die „Würde des Menschen“ stehen hat und ständig versucht, diesen Artikel mit Leben auszufüllen. Wenn es auch noch Menschen in der Re­publik gab, die im Grunde nichts von der Würde es Menschen hielten, möglicherweise von ihrer eigenen, denn sie hatten viele Erziehungsrichtlinien der Nationalsozialisten aus dem 3.Reich mitgenommen, und diese dann auch noch mit altreligiösen Erziehungsnormen vermischt.

Aber das Grundgesetz und die sich daraus ergebende Rechtssprechung hat allen denen widerstanden, die gegen eine Weiterentwicklung der „Würde des Menschen“ waren, mehr aus Unkenntnis über den Menschen, was er wirklich ist, und dass wir den Weg fin­den müssen, über die „Würde des Menschen“ zum Frieden zu finden, und der Achtung vor dem Menschen welchen Geschlechtes auch.

Wir sind alle Menschen, auch wenn wir unterschiedliche Hautfarbe, Religionen, Kulturen und Ansichten haben, aber wir sind Menschen, dessen Würde wir achten sollten.

Friede sei mit Euch.


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