Sonntag, 1. Februar 2009

Weichkäse

Meine Ehegattin-Gemahlin und ich wollten an einen Donnerstag einen Weichkäse zum Abendessen verzehren. Doch meine holde Ehegattin-Gemahlin stellte bei der Be­trachtung des Käses festigt, dass der Käse schon einige Tage über dem Verfallsda­tum lag .

Sollen wir den Käse essen?“ fragte sie mich, und da begannen meine grauen Zellen im Gehirn, an zu arbeiten.

Von einer Gehirnzelle zur anderen wurde die Frage meiner Ehegattin-Gemahlin hin- und hergeschoben, bevor eine Entscheidung getroffen wurde. Aber diese Entschei­dung kam erst wie immer, nach einer praktischen Tätigkeit meines rechten Zeigefin­gers zustande.

So drückte ich sehr zart auf den Käse, und dann geschah etwas. Ich hörte eine Stim­me, sehr leise, aber sie war da. Verdutzt hielt ich den Käse an mein rechtes Ohr, und drückte den Käse erneut. Etwas pervers von mir, denn ich füge anderen immer Schmerzen zu, das macht mich an. Und dann geschah es wieder. Die Stimme war zu hören, und sehr deutlich.

Merkst du nicht, dass ich im Käse bin, du Arsch.“

Sehr deutlich muss ich schon sagen, und dann diese ordinäre Ausdrucksweise. Aber was soll es, ich musste jetzt da durch.

Was machst du denn da im Käse, und wer bist du?“ fragte ich, denn ich wurde neu­gierig.

Ich bin die Made aus Hong-Kong, ja ich trage einen Doppelnamen“, antwortete mir das Etwas.

Nun gut, ich schaute nach. Öffnete den Wichkäse und sah anschließend sehr deutlich, den Eingang zur Wohnung der Made aus Hong-Kong. Am Eingang sah ich ein klei­nes Schild, auf dem stand „bitte klingeln, erst auf ein Herein die Wohnung betreten.

Ich wußte nicht, was ich machen sollte. Sollte ich klingeln oder nicht. Dann aber schaute die Made aus dem Eingang ihrer Wohnung heraus, sah mich, schüttelte den Kopf, und fragte:

Bist du der rabiate Depp, der auf den Käse gedrückt hat?“ Ich war sprachlos und konnte nur noch mit dem Kopf nicken.

Dann zog sich Made zurück, aber einige Sekunden später erschien sie wieder, hatte einen Hut aufgesetzt und trug einen Koffer in ihrer Hand.

Sie sah wohl mein fragendes Gesicht, blieb kurz stehen und sagte:

Ich wander aus, denn mit derartigen Idioten kann man nicht zusammenleben.“

So kroch sie über den Tisch und verschwand am Tischende. Ich habe sie nie wieder- gesehen. Schade.


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