Montag, 16. Februar 2009

Schwarzes Gefieder

Bitte, verzeiht mir, aber mit den Schwarzen meine ich jetzt keine Menschen und auch keine Partei, sondern es geht um einen Vogel, der mit seinem schwarzen Gefieder be­kannt ist. Das ist jetzt geklärt, was ich hier unter einem schwarzen Gefieder verstehe. Aber was, werdet ihr fragen? Ich werde es euch gleich sagen, denn ich weiss, dass es Menschen gibt, die sehr neugierig sind und bald platzen, wenn ihre Neugierde nicht schnell erfüllt oder befriedigt wird. Ich denke hier an die zwei Kolkraben, die meine Begleiter durch mein Leben sind, aber unsichtbare Begleiter, die auch ihre Beobach­tungen machen, und mir dann diese Beobachtungen mitteilen sowie in der nordi­schen Saga dem Gott Odin. Manche meinen, dass ich der der Göttervater der germa­nischen Götter sei, aber das stimmt wohl nicht.

Es geht in meiner Ursprungsfamilie das Gerücht um, als ich im tiefen Winter im Bal­tikum das elektrische Licht der Welt erblickte, es soll an einem Samstagabend gegen 20 Uhr gewesen sein, kurz vorher soll es an der Tür unseren bescheidenen Hütte ge­klopft haben. Meine Großmutter, die bei meiner Geburt zugegen war, zeigte sich er­staunt, wer zu dieser Stunde und bei der Kälte an der Tür klopfte.

Wer kommt uns besuchen, bei diesem kalten Wetter?“ fragte sie, aber sie erhielt keine Antwort, weil die Hebamme erstaunt hochblickte und wieder einen Schluck Selbstgebrannten zusichnahm. Man muss hier zufügen, dass das Thermometer einen Kältewert von - 46°C anzeigte. War das kalt, aber noch merkte ich es nicht an mei­ner Haut, aber ich wusste es schon, weil ich es gedanklich spürte, aber wie und durch was?

Also es klopfte. Meine Grossmutter ging zur Tür, öffnete diese, und vor sassen zwei schwarze Vögel auf dem Geländer der Treppe und schauten sie an. Meine Grossmut­ter zeigte sich erstaunt, denn zwei Vögel vor der Tür, die auch noch anklopften und wahrscheinlich auch die Hütte wollten, das war wirklich komisch.

Was wollt ihr denn?“ fragte sich, selbst überrascht durch diese Frage, weil sie ei­gentlich wusste, dass sie doch keine Antwort bekommen würde. Aber sie sollte sich irren. Ihr wisst es jetzt schon. Warum schreibe ich eigentlich weiter, wenn ihr es schon wisst.

Wir kommen von weit her, aus dem fernen Altai, Grossmutter, und wir wollen nur fragen: ist Er schon da?“ fragte der eine Kolkrabe.

Meine Grossmutter erzählte mir von diesem Erlebnis, was sie damals hatte, als sie auf dieses Wappen mit den Kolkraben hinwies. Seit dieser Zeit ist der Kolkrabe mein Wappentier, und er gilt wie alle Rabenvögel als weise. Noch heute kommen die Kol­kraben jeden Morgen um 4.00 Uhr zu mir und erzählen von ihren Beobachtungen.

Der Weg ist immer das Ziel, auch wenn man diesen Weg erst spät findet, aber das Ziel findet man immer.



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