Samstag, 10. Januar 2009

Artikel 3

Jeder hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person:

Mein Dozent an der juristischen Fakultät sagte einmal: Recht zu haben und Recht zu bekommen, das ist ein himmelweiter Unterschied. Er sagte eigentlich das Richtige, denn Recht bekommt nur der, die die besseren Anwälte hat, d.h. der Vermögen besitzt oder einfacher ausgedrückt, der reich ist.

Ich selbst habe viele Jahre bei der Justiz verbracht und vieles gesehen und gehört, und wenn ich heute darüber nachdenke, dann kann ich nur sagen: es gibt prinziell kein Recht.

Das Recht auf Leben, schön man hat es auf dem Papier, aber es kann einem schnell von anderen Menschen, aber auch vom Staat genommen werden. Die Menschen wer­den vom Gesetz verurteilt oder im Namen des Volkes, aber der Staat schert sich icht um eine Verurteilung, denn er ist anonym, d.h. ich muß eine Person beschuldigen, wenn mir etwas zustößt, also einen Sachbearbeiter oder Behördenleiter, aber beide müssen direkt an der Tat beteiligt gewesen sein, sonst gehe ich leer aus und bleibe auf den anfallenden Kosten sitzen. Aber was ist eigentlich „Leben“. Hier gibt es gra­vierende Unterschiede, ob ich in der Armut oder im Wohlstand lebe.

Dann habe ich auch noch Recht auf Freiheit, aber was heißt hier eigentlich „Frei­heit“? Ist es die natürliches Freiheit, die von der Natur gegebene Freiheit oder die von den Menschen? In der Natur habe ich natürlich ein Stück von Freiheit, aber die wird dann eingeschränkt, wenn mein natürlicher Gegner stärker ist. Wenn ich mit Menschen zusammenlebe, dann wird auch dort meine Freiheit soweit eingeschränkt, dass auch andere ein Recht auf Freiheit haben, also hat jeder nur einen kleinen Raum an Freiheit. Anders ist es mit der geistigen Freiheit, aber auch dort wird sie eingeschränkt, wenn ich über andere Menschen etwas aussage. Ich sehe nur dann die Gefährdung der Freiheit, auch wie andere Menschen, wenn ich eingesperrt werde, dann geht meine Freiheit hops. Aber auch da hat man irgendein Argument, warum die Freiheit eingeschränkt wird, z.B. absitzen einer Strafhaft.

Dann kommt das Recht auf „Sicherheit meiner Person“. Es wäre schön, wenn es eine Sicherheit geben würden, aber die gibt es nicht. Allein das Leben ist mit vielen Si­cherheitsrisiken bestückt und wird es auch bleiben. Man kann auch sagen, es gibt keine Sicherheit, auch ein Staat kann einem Bürger die Sicherheit nicht gewährleis­ten. Das Recht auf Sicherheit bleibt ein abstraktes Recht, und man kann dieses Recht nicht praktisch anwenden.

Das Recht auf Leben und Freiheit bleibt ein abstraktes Recht, weil es praktisch nicht umsetzbar ist. Denn das Leben kann sehr schnell durch andere Menschen beendet werden, und auch die Freiheit kann eines Tages zur Unfreiheit werden, wenn der Staat diese Freiheit aus irgendwelchen Gründen einschränkt, damit sich die Regie­rung schützen kann, sogar vor dem eigenen Volk.

Ich liebe das Leben, aber ich weiß, dass es eines Tages vorbei ist.

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