Sonntag, 23. November 2008

Zensur

In den letzten Wochen kommt es sehr häufig vor, dass Menschen über Zensur reden, was in den letzten Jahr nie der Fall war. Aber das neue BKA-Gesetz bringt es mit sich, dass die Menschen Angst haben, erneut überwacht zu werden, und sie fürchten in ihren Rechten eingeschränkt zu werden.

Die Regierung versucht die Menschen bezw. die Bürger zu beruhigen, denn bei der Ons-Line-Durchsuchung bedarf man auch der richterlichen Genehmigung. In einem rechtsstaat ist es etwas ganz Natürliches, dass ein Richter die beantragte Durchsu­chung genehmigt.

Ich verlasse das Gebiet des Formalismus und wende mich dem Praktischen zu. Hier frage ich mich, wird wirklich jede On-Line-Durchsuchung auch bei Gericht bean­tragt? Ich denke nicht, denn viele Durchsuchungen sind wirklich illegal, aber sie können nicht so einfach oder auch gar nicht für ein Ermittlungsverfahren benutzt werden.

Jetzt wird getrickst, die Durchsuchung wird rechtlich legal gemacht, einfach durch die richtige Datierung der richterlichen Genehmigung. Das geht sogar ganz gut, man benötigt nur den richtigen Richter, bei drei Richtern wird es schwierig, oder man spricht davon, dass Gefahr im Verzuge war, und man habe schnell reagieren müssen, um eine Straftat zu verhindern oder um den Täter rechtzeitig festzunehmen, nicht ver­haften, sondern nur die Festnahme, die nach spätesten 48 Stunden wieder aufgeho­ben werden muß, wenn kein Haftbefehl durch einen Richter vorliegt, der von den er­mittelnden Behörden beantragt werden muß.

Es war nur ein kleiner Ausflug in das Strafrecht, weil mir oft aufgefallen ist, dass man immer von verhaften spricht, obwohl kein Haftbefehl vorlag. Liegt kein Haftbe­fehl vor, dann ist es nur eine vorläufige Festnahme, mehr nicht.

Gut, jetzt wieder zur Zensur. Ich kann nur sagen, eine Zensur hat es schon immer ge­geben und wird es auch immer geben. Schaut euch einmal in der eigenen Familie um, und ihr werdet feststellen, da gibt es auch eine Zensur durch die Eltern und älte­ren Geschwistern. Also, die die Macht haben, führen auch immer eine Zensur durch und nicht anders.

Wenn man genau hinschaut, dann ist die Zensur nichts anderes als eine Kontrolle, das bedeutet, man wird eigentlich kontrolliert. So ist die Zensur eher ein Begriff, der auf das geschriebene Wort abzielt, aber für mich ist die Zensur eine ordinäe Kontrol­le durch einen Besserwisser, der der Meinung ist, es immer besser zu wissen als die anderen. Die Menschen, die der Zensur zuneigen, sind Menschen mit Ängsten, die nicht wollen, dass es Geheimnisse jeder Art gibt. Dieses Verhalten kann sehr leicht zu einer Phobie werden, und bei Regierungschefs kann es zu einer Kontrolle der Bür­ger führen. Siehe im 3.Reich unter den Nationalsozialisten.

Es ist wirklich so, dass Menschen, die Angst vor Geheimnissen haben, dazu neigen, andere zu kontrollieren oder zu zensieren.

Das Schöne ist immer, man kann sich leicht der Zensur und Kontrolle immer entzie­hen, wenn man will, aber wie, das muß jeder selbst wissen, denn das ist ein individu­elles Spiel und richtete sich nach den Gebenheiten und Eigenarten der Zensur.

Ich kontrolliere und zensiere keinen Menschen, denn jeder Mensch soll sich entwi­ckeln können, aber das in Freiheit. Jedoch lasse ich mich auch nicht zensieren und kontrollieren, denn in solchen Fällen neige ich zu einem eigenartigen Verhalten, aber nicht zu Aggressionen.

Der Weg zum Ziel führt immer über das menschliche Verhalten, es zu verstehen und dann entsprechend selbst zu handeln.

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