Dienstag, 21. Oktober 2008

Frauen und Sucht

Dieses Thema haben Wissenschaftler für sich gesucht, obwohl es längst bekannt ist, dass Frauen es schwerer haben aus einer Sucht herauszukommen. Aber warum ist es so? Das ist wohl die Frage, die sehr schwer zu beantworten ist.

Ich selbst habe in meiner Arbeit als Gutachter bei der Strafjustiz häufig Frauen vor­gefunden, die aufgrund einer Sucht, zumeist war es die Alkoholabhängigkeit, zu Straftaten führten. Teilweise habe ich diese Frauen auf ihrem Weg, aus der Sucht hr­auszukommen, therapeutisch begleitet, aber häufig ist es dann dazu gekommen, dass die Frauen schon nach kurzer Zeit aufgaben, und wieder in das alte Suchtverhalten zurückfielen.

Wenn ich Frauen und auch Männer beobachte, wenn sie Rauchen, dann stelle ich im­mer fest, das beide Gruppen intensiv und mit Genuss rauchen. Das Rauchen ist für einen Raucher (Frauen und Männer) ein Ritual, das im Leben dieser Menschen einen festen Bestandteil ist, also bleibt man beim Rauchen.

Das sagt aber nichts darüber aus, warum können Frauen nur schwer mit einer Sucht aufhören und Männer leichter? Aber ich möchte eine Einschränkung machen, es gibt auch bei den Männern einen großen Anteil von Süchtigen, die mit der Sucht nur schwer umgehen können, geschweige dann, damit aufhören. Nur hat man bisher fest­stellen können, dass Frauen grössere Schwierigkeiten haben, die Sucht zu beenden.

Ich unterscheide da genau und habe schon festgestellt, dass Frauen nur schwer in eine Sucht hineinkommen, ausgenommen bei der Einnahme von Drogen, außer Alko­hol und Nikotin. Viele bekannte Frauen, also Frauen aus meinem Bekanntenkreis, können den Genuss von Alkohol und Nikotin kontrolliert zusichnehmen.

Bei den Männer sieht ein kontrolliertes Trinken von Alkohol etwas anders aus, denn Männer haben keine Kontrolle mehr über ihr Trinkverhalten, wenn sie ein bestimm­tes Maß an einen Alkoholpegel erreicht haben.

Man sieht schon hier an den kleinen Hinweisen, dass es Unterschiede bei Frauen und Männer gibt, wenn es um das Suchtverhalten geht, aber auch um die Kontrolle über das Trinkverhalten und dessen Kontrolle.

Ich trinke schon seit gut acht Jahren keinen Alkohol mehr, davor habe ich nicht viel getrunken, aber ich habe dem Alkoholgenuss „tschüß“ gesagt, und ich habe bemerkt, ohne Alkohol geht es besser, und rauchen tue ich auch nicht.

Zurück zu dem Suchtverhalten von Frauen. Die lieben Wissenschaftler pauschalisie­ren häufig sogenannte wissenschaftliche Ergebnisse, so dass nicht das reale Ergeb­nis real wird, sondern immer nur, es könnte sein. Ich sage immer, es hängt vom ein­zelnen Menschen ab, wie er sein Suchtverhalten meistert, ob Frau oder Mann, das ist egal.

Der Weg ist das Ziel, um von seinem Suchtverhalten wegzukommen.

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