Freitag, 5. September 2008

Zwangsehen

Ich verfolge schon seit einiger Zeit in den Medien, die Schilderungen über die Zwangsehen, besonders in den islamischen Ländern. Aber auch bei uns gab es diese Zwangsehen, denn ich weiss noch aus der Zeit nach dem 2.Weltkrieg, ich lebte da­mals in Schleswig-Holstein, da hatte ich auch erfahre, dass zwischen zwei jungen Menschen eine Ehe geschlossen wurde, die von den Eltern der Brautleute arrangiert worden ist. Hier spielte der Reichtum der beiden Bauern eine grosse Rolle. Da ist Geld zu Geld gekommen. Auch heute noch würden die Reichen Ehen für ihre Kinder stiften, denn kein Reicher will einen armen Schwiegersohn oder eine arme Schwie­gertochter haben. Gleichzeitig bin ich mir nicht sicher, ob die Reichen selbst nicht die Ehen ihreer Kinder arrangieren, denn wer nimmt schon einen Armen in seiner reichen Hütte auf.

Auffallend ist natürlich nicht das Zwangsehen gestiftet werden, sondern der Mord an eine Schwester, die dieser Zwangsehe nicht zustimmt, sondern die eigene Familie verlässt, dann erfährt man von den Zwangsehen. Ich denke, der Islam als Religion wird die Zwangsehe nicht so gutheissen, aber scheinbar toleriert er sie, aber es sind die Menschen die den Islam mit den kulturellen Bedingungen eines Volkes verbinden. Die Zwangsehen sind kulturbedingt, weil nur Menschen eines Volkes die Zwangsehe als kulturellen Aspekt bestimmen. Die Zwangsehe ist eine alte Vorgehensweise, um junge Menschen unter die Haube der ehelichen Verpflichtungen zu bringen. Es war hauptsächlich für die Männer von Vorteil, wenn sie eine Frau für die Ehe bekamen, ohne selbst auf die Suche zu gehen.

Ich selbst würde meine Familie verlassen, wenn man mich mit irgendeiner Frau ver­heiraten würde, die ich nicht kenne. Meinem eigenen Vater würde ich etwas entfer­nen, so dass er nicht mehr in der Lage wäre, Kinder zu zeugen. Denn es sind haupt­sächlich die Männer, die die jungen Menschen zu einer Ehe zwingen.

Eine Zwangsehe vermittelt auch Macht, denn wenn man sich mit einer anderen Fa­milie und damit auch mit deren Verwandtschaft verschwägert, dann wird der eigene Clan auch mächtiger. Mir geht es aber bei diesem Thema nicht um die Macht der Familie oder der Oberhäupter, mir geht es um die Menschenrechte, weil die für mich von grosser Bedeutung sind.

Jeder Mensch darf so leben, wie er meint, nur so selbst leben zu können. Dabei muss er die Grenzen anderer Persönlichkeiten berücksichtigen. Wenn eine Frau einen Mann oder auch eine Frau heiraten möchte, dann ist es ihre Entscheidung und ihr persönlicher Wille. Sie darf nicht gegen ihren Willen zu einer Heirat gezwungen wer­den, nur weil es eine Religion oder ein anderer Mensch will. Der persönliche Wille eines Menschen ist heilig, dem muss immer entsprochen werden.

Weiterhin ist die Frau kein Gegenstand, den man kaufmännisch veräussern kann, sie ist auch nicht das Eigentum eines Mannes, einer Familie, eines Clans oder eines Vol­kes. Die Frau ist sie selbst. Sie ist eine Persönlichkeit, ausgestattet mit ihren Pflich­ten und Rechten gegenüber sich selbst und ihrer Umwelt. Sie darf zu nichts gezwun­gen, wenn es gegen ihren Willen verstösst. Sie ist als Person unantastbar, und diese Würde hat eine Gemeinschaft zu schützen.

Ich sehe in der Frau, vor der Heirat meinen Partner, den ich heiraten möchte. Wenn die Frau aber mich nicht heiraten will, dann ist es ihre Entscheidung, aber nicht mei­ne, und ich habe diese Entscheidung zu respektieren, was ich auch tun würde.

Also Zwangsehen sind barbarisch, sie verletzen die Eigenständigkeit und Persönlich­keit von Frauen, aber auch von Männern, die die Frau nicht heiraten wollen, die ih­nen wie auf einem Basar angeboten werden. Also Weg mit diesem alten Zopf, der ge­gen die Menschlichkeit verstösst.

Der Weg ist das Ziel.

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