Mittwoch, 24. September 2008

RAF als Film

Es sind 30 Jahre vergangen, nachdem sich die RAF (Rote Armee Fraktion) auflöste, aber die Jahre davor waren Jahre des Terrors, den nur wenige Männer und Frauen über die damalige Bundesrepublik Deutschland verbreiteten. Die RAF enstand nach den Studentenproteste 1968. Die Studenten wollte gesellschaftliche Veränderungen in der BRD erreichen. Sie wollten eine andere Bundesrepublik als die, die nach dem 2.Weltkrieg durch alte Politiker, die noch aus der Weimarer Republik und des 3.Rei­ches stammten. Das war damals in den 68-zigern die Situation. Ich begann damals mit dem Studium in Heidelberg und etwas später noch in Mannheim, zu der Zeit ging es noch.

Gerade jetzt begannen sich unter der Studenten linke Gruppen zu bilden, und was dann begann, war so etwas wie der Anfang einer bewaffneten Auseinandersetzung mit dem Staat Bundesrepublik Deutschland. Jetzt setzten einige politisch-gesinnte Gruppen Waffen ein, Sprengstoff, Panzerfäuste, Gewehre und Pistolen sowie Ma­schinenpistolen. Einige Gruppen gingen zur Waffenausbildung nach Palästina, weil sie sich eine gute Ausbildung erhofften.

Es waren nur kleine Gruppen, die den Kampf aufnahmen. Sie hatten hin und wieder Kontakt untereinander, aber gemeinsame Unternehmen blieben weitgehenst aus.

Manche linke Gruppe wurde von den Sicherheitsbehörden hochgenommen, aber die RAF hielt sich sehr lange. Wenn ein Mitglied der RAF festgenommen wurde, dann wurde bald wieder ein neues Mitglied rekrutiert. Und der Film, soweit ich mitbekom­men habe, bezieht sich nur auf die Mitglieder der ersten Generation sowie auf die Aktivitäten dieser Mitglieder.

Uner den Studenten gab es viele Sympathisanten, zu denen ich nicht gehörte, denn einen bewaffneten Kampf lehnte ich ab, denn bei einer bewaffneten Auseinanderset­zung könnten auch Passanten getötet oder verletzt werden, und das ist nicht der Sin­ne einer politischen Auseinandersetzung. Sich verbal mit dem politischen Gegner auseinanderzusetzen, das ist vollkommen in Ordnung.

Heute, nach 30 Jahren, kann man ruhig in einem Film zeigen, wie es zur Bildung der RAF und anderer linken Gruppierungen kam. Insbesondere die Struktur der RAF ist dabei sehr interessant, aber auch die politische Gesinnung der einzelnen Mitglieder. Bei machen Mitgliedern von linken Gruppen, die ich auch kennenlernte, gab es viele die nchts davon verstanden, wie man sich mit politischen Systemen ohne Waffenge­walt auseindersetzt. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass manche diese linkspoliti­schen Gruppen und deren Aktionen als Spielchen betrachteten.

Die RAF und deren Mitglieder kenne ich nicht. Möglicherweise habe ich während des Studiums den einen oder anderen kennenglernt, aber sonst gab es keinerlei Kon­takt.

So jetzt zum Film. Ich weiss, dass dieser Film die heutige Generation etwas erschre­ckend ansprechen wird. Viele Politiker aus der damaligen Zeit, haben wenig mit de­nen zu tun gehabt, die in der Szene der gewaltätigen politischen Gruppen waren. Die reden heute meist dumm daher, und haben ihr Wissen, wenn überhaupt, aus den Er­mittlungsakten von Polizei und Staatsanwaltschaft.

Um den Film zu verstehen, muss man in der Zeit gelebt haben, in der die RAF ihren Terror verbreitete. Auch muss man in diesen Gruppen gewesen sein, auch wenn nur als Gast von einzelnen Gruppenmitglieder, und mit ihnen über das alte politische System der Bundesrepublik diskutiert haben, dann begreift man die Zeit des Terrors, aber auch den Film. Ansehen werde ich ihn mir nicht, denn ich kenne das, was tat­sächlich war, und mehr braucht man nicht.

Der Weg ist das Ziel, auch für die geistige Auseinandersetzung über das politische Ziel.

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