Montag, 22. September 2008

Piraten von Somalia

Besonders die Medien berichten in den letzten Monaten von Piratenüberfälle im Küs­tengewässer vor Somalia. Es hat schon immer Piraten gegeben, und das überall auf diesem Planeten und eigentlich zu jeder Zeit, seit wir Menschen diesen Planeten in Besitz genommen haben. Und so sind diese Piratenüberfälle nichts Neues, ausser das sie mit modernen Waffen durchgeführt werden.

Bei diesen Überfällen geht es um das Geld für die Clans in Somalia, aus denen die Piraten oder auch Männer stammen, die diese Überfälle durchführen. Die Menschen, die zu diesem Clan gehören, sind arm und wollen etwas vom Kuchen abhaben, den die reichen Länder besitzen bezw.an sich gezogen haben. Sie fangen nicht bestimmte, das heißt, reiche Leute, sondern nur Menschen, die mit einem Schiff unterwegs sind, und die auch nicht bewaffnet sind, damit sie sich nicht wehren können. Gegen einen Zerstörer der Bundeswehr, der in diesen Gewässern unterwegs ist, werden sie nicht vorgehen, ausser wenn sie sich selbst vernichten wollen.

Bei diesen ganzen Unternehmungen geht es nur um das Geld für den Clans, eigent­lich nicht mehr. Und wer steckt als Kopf hinter diesen Aktionen? Die, die die Über­fälle durchführen bestimmt nicht, sondern die Anführer des jeweiligen Clans. Es wird natürlich nicht zur Rechenschaft gezogen, wenn eine Unternehmung in die Hose geht, sondern die Leute des Clans, die gefasst werden, so wie es bis jetzt zweimal ge­schehen ist, nachdem französische Einheiten in einem Kommandounternehmen die Piraten zu Lande festnehmen konnten.

Bisher ist für die Clans-Chefs in Somalia zweimal das Unternehmen“Piraterie“ da­neben gegangen, aber das gering für diese Menschen zum Risiko, wenn sie etwas sinnvolles für den Clans machen wollen. Aber es stellt sich Frage, kommen die Clansmitglieder überhaupt in den Genuss des Geldes, wenn Lösegeld in Millionenhö­he bezahlt wird, oder steckt sich der Anführer des Clans das Geld in die Tasche, und dafür bekommen die Helden des Unternehmens nicht einmal einen warmen Hände­druck?

Nun gut, ich kenne die genauen Verhältnisse in Somalia nicht gut, oder eigentlich überhaupt nicht, um eine entsprechende Aussage machen zu können, aber aufgrund meiner Lebenserfahrung und des Studiums von Menschen, kann ich schon sagen, dass bei dieser Höhe von Geldbeträgen der Einzelne seiner Gier, dieses Geld für sich allein zu besitzen, nicht Herr werden kann. Der die Macht hat, der wird auch allein das Geld behalten wollen, und er wird entsprechend seine Macht zeigen und rück­sichtslos einsetzen.

Wie wird es mit der Piraterie vor Somalia weitergehen? Verschiedene Staaten in Eu­ropa haben sich schon geäussert, dass sie ihre Marineeinheiten einsetzen wollen, um die Schifffahrtsrouten mit Kriegsschiffen zu sichern. Ein guter Gedanke, aber auch die anderen Schiffsführer von Jachten und kleinen Segelschiffen sollten genügend Sorgfalt aufbringen, um nicht in die Hände von Piraten zu fallen.

Dennoch wird die Piraterie nicht aufhören, weil die Verzweiflung der armen Men­schen, diese zu Verzweiflungsaktionen hinreissen lassen, aber auch die Hintermän­ner bestehen weiterhin darauf, dass sie ihren Reichtum erhalten können.

Ich selbst bin irgendwie gespalten, besonders zwischen Gerechtigkeit und Ungerech­tigkeit. Was die Männer als Piraten machen, das ist ungerecht, deshalb muss die Gerechtigkeit dafür sorgen, dass sie bestraft werden. Anderseits müssen die Reichen auf dieser Welt auch bestraft werden, weil sie die anderen Völker ausbeuten, also müssten auch die bestraft werden. Aber die Gerechtigkeit ist eine Hure, sie steht immer auf die Seite, die die Macht hat, zu bestrafen.

Der Weg ist das Ziel, auch wenn es um die Gerechtigkeit geht.

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