Donnerstag, 28. August 2008

Propaganda im Kaukasus

Viele Medien berichten über das Ende des Krieges im Kaukasus. Offiziell ist der Krieg dort beendet, und Russland zieht einen grossen Teil der truppen ab, aber sie lässt einige Truppenteile zurück. Das hat schon seinen Grund, denn Russland wollte zwei kleine Teilgebiete auf georgischem Gebiet anerkennen, denn Abchasien und Südossetien wollen die Unabhängigkeit von Georgien. Russland selbst unterstützt diese Unabhängigkeitsbewegung sehr demonstrativ, weil sie einen Teil der eigenen Truppen dort zurückgelassen hat. Ob Russland, das absichtlich gemacht hat, ich mei­ne schon vor dem Einmarsch nach Georgien, dort nach den Kampfhandlungen Trup­pen zurückzulassen, ich weiss es nicht, aber man könnte meinen, es sei so der Fall gewesen.

Zwischenzeitlich hat Russland die beiden neuen Republiken anerkannt, und die meis­ten Menschen dort jubeln, mit Ausnahme der Georgier. Die Anerkennung der beiden Republiken durch Russland ist ein Akt, der seine Ursache in der Vergangenheit hat, als der Westen den Kosovo als Republik anerkannte, und Russland dadurch vor den Kopf stiess. Es gibt auch Hinweise, dass die Politiker im Westen, besonders Frau Merkel, die russische Regierung noch immer verachten. Schröder, man kann über den Lächler sagen was man will, hatte einen guten Kontakt zu Putin, der damals Re­gierungschef in Russland war. Frau Merkel hat das Problem, dass sie in der ehema­ligen DDR aufgewachsen ist und Russland noch immer als Besatzungsmacht sieht, oder sie stellt sich auf die Linie von Bush.

Jetzt aber zur Propaganda. Alle Kriege, die ich bisher verfolgen konnte, haben eins gemeinsam, dass sie von den Propagandisten für unwahrheitsgemässe Schlagzeilen ausgebeutet werden. Der Krieg im Kaukasus hat eine Propagandawelle in Bewegung gesetzt, die ich auch aus dem zweiten Weltkrieg kenne. Da hat besonders ein Josef Goebbels, der unter Hitler Propagandaminister war, den Einmarsch der Roten Ar­mee in Deutschland, als Mongolensturm und die sowjetischen Armeeeinheiten als Horden bezeichnet. Flüchtlinge worden vor die Kamera gezerrt und mussten das sa­gen, was ihnen vorher vorgesagt worden ist. Die meisten der Flüchtlinge hatten selbst keinen Kontakt zu den sowjetischen Armeeangehörigen gehabt, aber sie be­haupteten fest, das alle Frauen vergewaltigt worden seien, und die allten Männer habe man erschlagen. Natürlich ist es zu erheblichen Ausschreitungen gekommen wie in jedem Krieg, aber immer wieder zeigt es sich deutlich, dass die Genfer Kon­ventionen zum Teil bei den kriegsführenden Parteien nicht greifen.

Wenn es dann wirklich zu den Ausschreitungen gekommen ist, dann wird das, auch von es nicht so war, genüsslich von den Medien ausgeschlachtet. Die dafür verant­wortlichen Redakteure werden wahrscheinlich einen Orgasmus bei der Verbreitung von Unwahrheiten bekommen haben, aber ich glaube es nicht so ganz, denn die sind es gewohnt, Unwahrheiten zu verbreiten, damit der Verkauf der Zeitungen stimmt.

So ist es jetzt auch im Kaukasus gewesen. Jeder wirft dem anderen Kriegsgegner vor, er habe Kriegsgreul begangen, habe den Schutz der Zivilbevölkerung missachtet. Dann war auch von der Erschiessung von Zivilisten und die Vergewaltigungen von Frauen die Rede. Hier beim letzten satz fällt mir mein eigenes Erlebnis ein.

Ich war Anfang 1960 bei einer Militärübung in Kanada. Ich war bei einem Indianer­stamm untergebracht. Um zu dem Stamm zu gehören, musste ich mich einer Prüfung unterziehen. Zuerst sollte ich einen Bären erschiessen, und dann eine Indianerin ver­gewaltigen. Gut, ich bereitete mich auf die Prüfung vor. Trank noch einmal so richtig den kalten Whisky, und dann suchte ich zuerst die Indianerin, um die zu vergewalti­gen. Von da ab weiss ich nichts mehr. Nach drei Monaten bin ich im Krankenhaus aufgewacht, schaute mich langsam um und erkannte den alten Medizinmann, der mich hämisch angrienste. Ich fragte ihn, was los sei, und warum ich hier liegen wür­de, aber er meinte nur, ich hätte zuerst die Indianerin vergewaltigen sollen und da­nach den Bären erschiessen sollen, aber ich hätte zuerst versucht, den Bären zu ver­gewaltigen. Alle Bären in Kanada haben diesen Vorfall dazu benutzt, mich als Kriegsverbrecher hinzustellen.

Der Weg ist das Ziel.

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