Donnerstag, 14. August 2008

Krieg im Kaukasus

Vor einigen Tagen hat uns wieder eine schreckliche Meldung erreicht, die Bombar­dierung von Städten im Kaukasus. Wer hat mit dem Krieg angefangen? Offensicht­lich der georgische Staatspräsident Saakaschwilli, denn er befahl den Einmarsch in Südossetien, weil er dieses Land als abtrümmiger Teil von Georgien betrachtet. Die Folge war der Einmarsch der russischen Truppen und auch der Angriff auf Georgi­en. Eigentlich hätte der georgische Präsident wissen müssen, dass die russische Re­gierung auf eine derartige Reaktion der Georgier wartet.

Der Kaukasus war schon immer ein Gebiet, das von fremden Heeren durchzogen wurde. Auch die Völker in diesem Gebiet haben sehr oft um ihre Freiheit kämpfen müssen. Die erste russische Expansion und Okkupation erfolgte während des 19. Jahrhunderts, zur Zeit vom Schriftsteller Tolstoi, der auch über diese Okkupation einen Roman schrieb.

Natürlich wollen die Russen der Kaukasus wieder erobern, aber nur so, dass es kei­ner bemerkt. Anscheinend kam der Angriff der Georgier auf Südossetien den Russen recht, aber die Weltmeinung war eine andere, und der russische Staat ist nicht so mächtig, um sich gegen die Länder der Erde zu stellen, ohne dabei sein Gesicht zu verlieren.

Aber der Krieg ist noch nicht abgeschlossen, weil er jetzt mit anderen Mitteln ge­führt, so etwa mit diplomatischen Mitteln oder mit Drohungen, Selbst die USA hat sich in dieser Auseinandersetzung eingeschaltet und droht Moskau, aber der ame­rikakische Präsident hatte beide Parteien vorwerfen können, Gewalt angewandt zu haben, um ein Problem zu lösen. Man sieht an der Regierung von Russland, dass die Zeiten der Sowjet-Union noch nicht vorbei sind, noch immer auf den Eroberungs­tripp abzufahren.

Man müsste die USA momentan aus derartigen Konflikten heraushalten, denn eine Weltmacht wie die USA, sieht diese Konflikte anders, sie hat Angst, dass derartige Konflikte auch in der Nähe der USA stattfinden könnten. Siehe Venezuela.

Auch eine Weltmacht kann Konflikte nicht vermeiden, aber oft sind Staaten, die nicht zu einer Weltmacht gehören, bessere Vermittler von Konflikten, weil sie die Kontra­henten nicht bedrohen, sondern nur vermitteln wollen.

Es ist schon komisch, dass einige Politiker gerade zu den olympischen Spielen mit dem Säbel rasseln. Dabei versucht man in der Zeit der olympischen Spiele, Frieden zu halten, aber scheinbar haben einige der Politiker eine Abneigung gegen Olympia, oder ist es nur deshalb, weil China die Spiele ausrichtet? Lassen wir das weg, und richten unseren Blick in die Zukunft, obwohl es schwierig wird, vorauszusagen, was die Zukunft dem Kaukasus bringt.

Aber ich denke, das letzte Wort wurde im Kaukasus und für die Situation im Kauka­sus noch nicht gesprochen. Russland hat ein Interesse an den Kaukasus und zwar aus strategischem Grund, aber die NATO auch. Hier stossen zwei Mächte aufeinander, die gerne den Kaukasus für sich beanspruchen, wenn auch mit unterschiedlichem In­teresse, nämlich auf der Basis von Machtansprüchen.

Ich denke, der Friede oder der derzeitige Waffenstillstand sind sehr brüchig, und ich hoffe, dass diese Auseinandersetzung keine Folgen für uns in Europa haben wird. Das Machtinteresse der Poltiker ist sehr groß, auch wenn sich die Politiker der EU offiziell Sorgen machen über die instabile Lage im Kaukasus, aber letztendlich liegt es an den georgischen und russischen Politiker, wie sie sich einigen.

Der Weg ist das Ziel.

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