Dienstag, 12. August 2008

Dschingis Khan

Wenn ich mich so an meinem Geschichtsunterricht in der Schule erinnere, dann war Dschingis Khan ein übler Menschenschlächter, und der Teufel und Antichrist. Über die anderen Verbrecher wie Hitler, Stalin und Nero verlor man kein Wort, außer bei Nero, den man der Brandstiftung beschuldigte, er soll Rom angesteckt haben oder haben lassen, um es neu und größer bauen zu können.

Dschingis Khan hingegen hat erobert. Seine Kriegsführung mag umstritten sein, aber die Kriegsführung von Nomadenvölker ist immer umstritten. Man muss einen Krieg von Seiten der Nomaden sehen, hier von den mongolischen Stämmen.

Die mongolischen Stämme haben sich immer untereinander bekämpft, denn es ging überwiegend um Weidegründe, aber dann auch um Macht, denn viele Kleinfürsten oder Stammesführer wollten ihren eigenen Stamm vergrößern. Dass bei diesen Aktio­nen nicht sehr sanft umgegangen wurde, das ist wohl klar, denn so war es auch bei den sogenannten Kulturvölker gleichermaßen, weil sie auch Schrecken bei den unter­legenen Völker verbreiten wollten, besonders im Hinblick auf einen Aufstand des un­terlegenen Volkes gegen die Eroberer. So war es auch bei Dschingis Khan. Es ließ auch die Religionsfreiheit zu, auch andere Freiheiten, aber er war darauf bedacht, dass sich die unterworfenen Völker nicht gegen ihn erhoben, die Strafaktionen durch ihn waren fürchterlich.

Ich hatte als Kind einmal ein altes Buch über die Mongolenkriege gelesen. So soll eine Armee von Mongolen eine Stadt im damaligen Persien (heute Iran) belagert ha­ben. Sie forderten den Befehlshaber dieser Stadt auf, sich zu ergeben und die Stadt an die Mongolen zu übergeben. Natürlich war der Befehlshaber dieser Stadt nicht einverstanden, er verhöhnte die Mongolen. Er hätte es nicht tun sollen. In der dar­auffolgenden Nacht konnten die Mongolen in die Stadt einsickern und die Stadttore öffnen. Was dann geschah, muss wohl schrecklich für die Bewohner gewesen sein. Drei Tage hausten die mongolischen Krieger. Der Großteil der Stadt war verwüstet, dann ogen die Reiter ab, aber schon nach einem Tag kehrten sie wieder zurück, und massakrierten alle Stadtbewohner, die sie beim erstenmal nicht gefunden hatten. Dann zogen sie wieder ab. Aber, jetzt könnt ihr es euch denken, die Mongolen kehr­ten wieder zurück und den restlichen Bewohnern ging an den Kragen. Derartige Ge­schichten, ob wahr oder erlogen, haben die Mongolen in den westlichen Ländern zu Teufeln gemacht. Aber warum eigentlich? Es ging schon damals um Propaganda. Besonders die Kirche hatte es eilig aus Dschingis Khan den Antichristen zu machen, obwohl Dschingis Khan auch den Christen in seinem Reich Schutz angedeihen ließ, aber er selbst ließ sich nicht missionieren, auch seine Krieger wichen dem Christen­tum aus.

Die Mongolen achteten immer darauf, dass sie mit der Natur im Einklang lebten. Auch Dschingis Khan schuf Gesetzeswerke für die Völker, die er unterworfen hatte, aber er ließ auch ihnen die Freiheit, mit ihrer volkseigenen Kultur zu leben, im Ge­gensatz zu den Christen, die die Kulturen anderer Völker als Teufelswerk diffamier­ten.

Dschingis Khan war ein großer Staatsmann, Feldherr und Krieger. Er sagte auch: wenn die Mongolen ihre Jurte verlassen und in Steinhäuser ziehen, dann wird das mongolische Reich untergehen. Auf mongolisch hört es sich besser an. Und so ist es auch geschehen. Sein Enkel Kublai Khan zog in einen Palast. Er vergrößerte auch das Reich um einige Länder, aber nach seinem Tod verfiel das mongolische Reich, aber die Menschheit behielt Dschingis Khan als blutrünstigen Barbaren im Gedächt­nis.

Der Weg ist das Ziel.

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