Donnerstag, 31. Juli 2008

Sexualtäter frei

In den letzten Wochen geisterte Empörung durch die Medien, weil ein Sexualstraftä­ter freigelassen wurde, der nachträglich zur Sicherungsverwahrung verurteilt wurde. Im Revisionsverfahren vor dem BGH bekam der Straftäter Recht, dass ein nachträg­liche Sicherungsverwahrung nicht rechtens ist, wenn er nicht gleich nach der Verur­teilung seiner Straftat zu einer anschließenden Sicherungsverwahrung verurteilt wur­de. In diesem Falle ist es nicht geschehen, aber man wollte den Täter kurz vor seiner Haftentlassung Sicherungsverwahrung geben. Gutachter haben diesen Straftäter als Wiederholungstäter eingestuft, der sich auch gegenüber Mithäftlingen geäußert ha­ben soll, sich weiterhin an Kindern sexuell vergehen will.

Viele Bürger fragen sich, wenn der Sexualtäter wirklich so gefährlich ist, warum wird er nicht für immer weggeschlossen? Es ist oft die Frage von Bürgern, die das Rechtssystem in einer Demokratie nicht verstehen oder von einem derartigen Rechts­system nichts halten, sondern die radikale Methode anwenden wollen: wie Kopf ab, so hört man dann deren Argumente. Nur gut, dass bei uns keine Todesstrafe gibt, denn auch eine Gesellschaft darf keinen Menschen töten, nur weil er eine Straftat be­gangen hat.

So nun zu dem Sexualstraftäter. Der BGH musste der Revision des Sexualstraftäter stattgeben, d.h. das Urteil zur Sicherungsverwahrung wurde aufgehoben. Das ist ein Stück von Rechtssicherheit in Deutschland, das jeder Bürger für seine Zwecke benut­zen darf, ihm bleiben trotz Verurteilung Rechtswege offen, die er beschreiten kann, bis sein Antrag von einem Gericht abgelehnt wird.

Was geschieht mit dem Sexualtäter in der Zukunft? Eigentlich ist es einfach, denn der Täter wird zum Wiederholungstäter werden, er wird wieder ein Kind sexuell miss­brauchen, und danach wird er der Verurteilung zugeführt. Bis dahin wird das Gesetz der Sicherungsverwahrung greifen, und der Täter wird Lebenslänglich auf Zeit ein­gesperrt. Wir werden alle noch von diesem Fall hören, denn Triebtäter lassen sich für diesen kurzen Moment, in dem sie ihren Trieb ausleben können, durch keine Stra­fe von der Vollendung der Tat abschrecken. Es ist schlimm, aber es ist so, und es wird auch nicht anders werden. Triebtätern kann man mit keiner Therapie helfen, weil dieser Trieb im Gehirn des Täter tief verankert ist. Auch kastrierte Täter sind anstelle des sexuellen Missbrauchs zu Mördern geworden. Dabei hat sich der Trieb vom Missbrauch zum Töten gesteigert, aber nicht bei allen Triebtätern, die kastriert waren.

Mit den Tätern, die ich begutachten musste, weil sie durch ein Gnadengesuch aus dem Vollzug entlassen werden wollten, wären etliche kastriert, die haben sich im Vollzug kastrieren lassen. Im Gespräch habe ich dann erfahren, dass sie Träume se­xueller Prägung hatten. Aber diese Träume hatten kein Gewicht für eine bedingte Entlassung, denn von diesen Tätern ging keine unmittelbare Gefahr aus, wieder Rückfällig zu werden.

Ich kenne einen Fall, es war in den 70-ziger Jahren, da hatte ein ehemaliger Sexual­täter, der kastriert war, ein Mädchen ermordet. Er äußerte sich zum Motiv der Tat: er habe davor sexuelle Träume und Gedanken gehabt, und ddann den Wunsch, ein junger Mädchen sexuell zu missbrauchen, da er aber micht konnte,habe er dieses Mädchen umgebracht.

Mit Medikamenten läßt sich der Trieb eines Sexualstraftäters unterdrücken, aber er muss die Medikamente ständig einnehmen. Sobald er es vergisst, die Medimente ein­zunehmen, dann kommt es zu einem sexuellen Missbrauch.

Unsere Volksvertreter müssen es schaffen, ein lückenloses Gesetzeswerk zu schaffen, ansonsten gerät das Recht ins Hintertreffen.

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