Freitag, 4. Juli 2008

Ehrlichkeit

Ich habe bisher nur einen Teil des Buches „Generation doof“ gelesen, und dann habe ich diesen kleinen Hinweis gelesen: „ehrlich hartzt am längsten“, und das machte mich doch etwas nachdenklich.
Als ich noch zu der jüngeren Generation gehörte, die auf den Arbeitsmarkt drängte, gab es eigentlich nur die Möglichkeit, bei der Bewerbung um einen Arbeitsplatz ehr­lich zu sein. Es ist klar, daß man auch da etwas an seinem Lebenslauf verschönte, aber was gab es zu meiner Zeit schon zu verschönen.
Nach dem 2.Weltkrieg, als der wirtschaftliche Motor ansprang, brauchte die Wirt­schaft viele Arbeitskräfte, und man hatte ein junges Potential zur Verfügung, also nahm man die Bewerbung der jungen Leute an, die ihre bewerbung nicht verschönen brauchten, weil sie als Arbeitskräfte benötigt wurden. Nur bei der älteren Generati­on, die den Krieg überlebte, gab es einige Nachfragen, nach ihrer politischen Ver­gangenheit, aber da alle eine Leiche im Keller hatten, legte man letztendlich keinen Wert auf die politische Vergangenheit des Bewerbers.
Wer keine Lust zum Arbeiten hatte, der ging auch nicht arbeiten, wurde anfangs von der eigenen Frau durchgefüttert, weil die arbeiten ging, oder fiel später der Allge­meinheit zur Last, indem der „Arbeitswütige“ Sozialhilfe bekam, um ein menschen­würdiges Leben zu führen.
Heute ist es auch nicht anders. Wenn jemand keinen Anspruch aus den finanziellen Mittel der „Agentur für Arbeit hat“ der bekommt das komische „Hartz IV“, damit der Betreffende auch ein menschenwürdiges Leben führen kann, ob es wirklich so ist, das sei dahingestellt.
Aber zurück zu den Bewerbungen und hier um einen Arbeitsplatz. Wenn ein Arbeits­platz zu besetzen ist, dann wird er meistens ausgeschrieben, oder die Agentur für Ar­beit bietet diesen Arbeitsplatz an. Irgendeiner der sich beurfen fühlt, die Arbeitsplatz oder auch Job anzunehmen, macht sich mit seinen Bewerbungsunterlagen auf den Weg zu der Firma, die diesen Job anbietet, und legt dem Personalreferenten seine Bewerbungsunterlagen vor. So jetzt bin ich in dem Büro der Personalreferentin oder -referenten und sitze ihm gegenüber. Ich schätze meinen Gegenüber ein, wenn ich ein Blender bin, dann ziehe ich die Show, mit allem dem, was ich so auf der Pfanne habe, mit Studium, praktische Erfahrungen im Ausland gesammelt und noch vieles mehr, lege auch entsprechende Unterlagen vor, sowie Diplom einer Elite-Uni und vielleicht sogar die Promotion, siehe da ich bin ein Doktor, obwohl ich diesen Titel gekauft habe. Ich habe nicht promoviert, und habe auch keinen gekauften Doktorti­tel.
Schlecht ist es natürlich, wenn die Firma misstrauisch wird und ein Detektivbüro auf meinen Doktotitel ansetzt oder überhaupt meine Unterlagen überprüfen läßt, aber mit diesen falschen Bewerbungsunterlagen werden Jobs erschlichen, zu denen man sich eigentlich nicht eignet, weil man nicht die entsprechenden Kenntnisse besitzt, so­wie viele Manager in der Wirtschaft.
Bin ich jetzt ehrlich, habe entsprechende Bewerbungsunterlagen, aber mir fehlt die jahrelange Arbeitspraxis, die eine der Bedingungen für die Vergabe des Jobs waren, dann bekomme ich diesen Job nicht, sondern muß Hartz IV in Anspruch nehmen, weil mir das nötige Kleingeld zum Leben fehlt. Nur weil ich ehrlich war, wurde mir der Stuhl für meinem neuen Job unter dem Hintern weggezogen.
Es ist wahr, wer ehrlich ist, der hartzt wirklich am längsten. Aber es ist doch etwas übertrieben, bloß bin ich auf diese paar Worte gedanklich abgefahren, weil sie doch wahr sein könnten, wenn auch nur in wenigen Fällen.
Daß man einen Job, besonders in der Ausbildung nicht bekommt, liegt sehr häufig daran, daß das allgemeine Wissen der Bewerber nicht sehr hoch, was aber an unse­rem Bildungssystem liegt. Ich möchte nicht die sogenannte Pisa-Studie vorschieben, aber es ist hinlänglich auch bei uns in Deutschland bekannt, daß auch die Politik und besonders ein Bundeskanzler aus der Vergangenheit nichts von Bildung hielt. Ich sage immer, dumm geboren und nichts hinzugelernt
.

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