Montag, 28. Juli 2008

Atheist

Atheist, das ist ein Mensch, der gottlos ist, so ist es langläufige Meinung, so war ei­gentlich auch meine. Aber im Laufe seines Lebens, besonders wenn man älter wird, dann stösst man auf Dinge, die einen Ausdruck und seine Begleiterscheinung wie beim Begriff „Atheist“ etwas eingehender betrachten und sich darüber dann ihre Ge­danken machen. Mir geht es auch nicht anders, denn der Begriff kommt aus dem Griechischen und beschäftigt sich mit den Menschen, die sich angeblich mit keinem der Götter beschäftigen und keinen Zugang zu den Göttern sowie deren Religionen haben. So ist es eigentlich geblieben, denn auch heute gibt es Menschen, die den Glauben an Gott und die Religion, die diesen Gott anbetet, verneinen und eine Zuge­hörigkeit zu diesen Religionen versagen.

Ist man wirklich ein Atheist, wenn man Gott verneint und damit die Religion, die den Glauben an Gott verkörpert? Es ist eine schwierige Frage, wenn sie auch so aus­sieht, man könnte sie einfach und problemlos beantworten. Aber so einfach ist es nicht.

Mir ist bewußt, dass sich schon andere Menschen, auch die in der Antike, über den Atheisten Gedanken gemacht haben, weil auch in der Antike, die Abkehr oder Hin­wendung zu den oder von den Göttern üblich waren. Die einen verneinten die Götter, die anderen standen zu den Göttern. So standen sich die Gläubigen und Ungläubigen gegenüber, was heute teilweise auch noch der Fall ist.

Aber gibt es wirklich Menschen, die einen Gott, wie den im Judentum, Christentum oder Islam, ablehnen mit dem Hinweis: es gebe keinen Gott. Ich weiß es nicht nicht, aber ich mache mir hier meine Gedanken darüber.

Als ich noch ein kleines Kind war, wurde mir gesagt, es gäbe ein Gott, der über uns wachen würde, aber gleichzeitg sei er ein gütiger und strenger Gott. Da kamen mir erstmals Gedanken: warum war der Gott einerseits gütig und andererseits streng? So machte ich mich an die Bibel heran und begann, die Bibel zu studieren. Gut es war eine Übersetzung aus dem Lateinischen in das Deutsche, aber mir kamen bald einige Ungereimtheiten auf, die ich bemerkte, aber nicht auf diese reagierte, sondern ich ließ sie weiter so in dem Text, ohne über sie nachzudenken.

Aber wie verstehe ich heute die Bibel, und als was verstehe ich sie? Hier gehe ich von meinem persönlichen Eindruck aus, den ich habe, wenn ich die Bibel so betrach­te. Sie ist ein Werk von Menschen, die einem neuen Gedanken nachhingen, der eine religiöse Bedeutung für diese Menschen hatte. Diese religiösen Bücher wurden über mehrere Jahrhunderte, vermutlich Jahrtausende geschrieben, das bedeutet aber auch, es wurden ständig Veränderungen in den Texten vergenommen, um das Buch als solches, dem derzeitigen gesellschaftlichen Zustand der Menschen gerecht zu werden. Also kam man davon ausgehen, dass das Werk, die Bibel, kein göttliches In­strumentarium ist, welches den Menschen beeinflussen soll, nicht vom Menschen sondern von den Göttern. Aber was bedeutet es denn, wenn man irgendwelche imagi­nären Gestalten als Götter darstellt, aber in der Realität sind sie nicht da, und haben auch keinen Einfluß auf das Leben der Menschen?

Hier scheiden sich dann die Geister zwischen den Gläubigen und Ungläubigen. Aber warum gibt es dann diese Gläubigen und Ungläubigen? Haben dieses beiden Begrif­fe nur ein Alibifunktion für den Gläubigen oder Ungläubigen?

Eigentlich dürfte es doch gleich sein, ob man an einen Gott glaubt oder nicht, denn es ist doch kein Atheist oder ein gläubiger Mensch mit einem Stigma versehen, der ihn aals ungläubigen oder gläubigen Menschen kennzeichnet. Es müsste die Freiheit des Menschen sein, ob er glaubt oder nicht, aber darin liegt doch unsere Unfähig­keit, in der Intoleranz gegenüber uns selbst und anderen Menschen. Wir schaden uns selbst, wenn wir die Freiheit nicht aufbringen, den Mitmenschen die Freiheit zu brin­gen, das zu glauben, was sie glauben wollen.

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