Samstag, 14. Juni 2008

Lebensangst wo vor

Oft habe ich schon gehört, jemand hätte Lebensangst. Früher habe ich diesen Begriff gar nicht gekannt, denn auch die Menschen in meiner Umgebung gebrauchten die Begriff überhaupt nicht, und es ist auch fraglich, daß sie diesen Begriff eigentlich kannten.

Aber was bedeutet schon der Begriff „Lebensangst“? Ist es die Angst vor dem Leben mit seinen Risiken und Unzulänglichkeiten. Oder ist es das, was wir befürchten, im Alter schwach und hilflos zu werden? Doch ist das Leben geprägt von uns selbst und anderen Ereignissen, die uns prägen und erst zu das machen, was wir sind, zu Men­schen, zu einer unvollkommenen Spezies in der Natur auf diesem Planeten.

Eiegentlich dürfte keine Angst vor dem Leben bestehen, weil man trotzdem lebt, auch mit den bekannten Unzulänglichkeiten, die immer ein Risiko darstellen, im Leben versagen zu können. Aber versagen wir wirklich?

Nein, so möchte ich sagen, wir versagen nicht, solange unsere Ansprüche nicht eine gewissen Grenze überschreiten. Wenn man im Rahmen dessen bleibt, den uns das Le­ben mitgegeben hat, braucht man keine Angst haben, zu versagen.

Aber wann würden wir versagen? Ich denke, wir versagen dann im Leben, wenn un­sere Erwartungen gegenüber dem Leben so hoch sind. Wie ich vorhin schon andeute­te, wir dürfen eine gewissen Grenze nicht überschreiten.

Auch wenn wir unseren Kindern und anderen Menschen lehren, keine Angst vor dem Leben und der eigenen Existenz zu haben, bekommen viele Menschen Lebensangst und begeben sich in die Behandlung von Psychotherapeuten, um wieder aus diesem Dilemma herauszukommen, was ich für gut halte.

Hier stelle ich mir selbst die Frage: Wie entsteht überhaupt Lebensangst und wann bekommt man sie? Es wären an und für sich zwei Fragen in einer, aber das macht nichts.

Ich denke, es gibt verschiedene Entstehungsweisen von Lebensängsten, sowie es auch verschiedene Formen gibt, so auch die verschiedenen Menschen, die davon betroffen werden. Doch wie sieht das Ende einer Lebensangst aus, wenn die Ursache als sol­che nicht behoben wird? Ist es die Selbsttötung oder der Gebrauch von Suchtmitteln, die letztendlich zur Vernichtung des Menschen in seiner psychischen sowie physi­schen Form führt?

Am Ende einer Lebensangst steht, wenn sie nicht behoben werden kann, immer die Selbsttötung. Der Mensch, der mit dem Leben nicht fertig wird, der tötet sich selbst, weil er derin den eigentlichen Ausweg aus der Angst sieht, er zieht das Ende seines Lebens vor, aber sollte er das wirklich tun?

Diese Frage ist wirklich schwer zu beantworten, weil man nicht in einem anderen Menschen steckt. Man kann diesen Menschen in seinen Emotionen emotionell nicht folgen, weil man nicht die Situation nicht nachvollziehen kann.

Ich meinerseits würde nicht zur Selbsttötung neigen, aber weiß ich es wirklich? Ich finde es abartig, wenn man auf einen Menschen, der zur Selbsttötung bereit ist, ir­gendetwas sagt, hinter dem er nicht steht, nur um etwas zu tun, was er später als Gu­tes oder als Lebensrettung bezeichnen kann.

Wenn ich davon spreche: „Lebensangst wo vor“, dann denke ich, es eigentlich die Angst vor dem Altern und vor dem Tod, der uns nach einem Leben erwartet, viel­leicht ist es auch die Angst vor der Art des Todes: ist es ein langes Dahinsiechen oder ist der Tod schnell, ich weiß es nicht, denn es gibt viele Arten und Formen von Lebensangst, die uns erfassen können, aber warum gerade uns Menschen?

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