Donnerstag, 26. Juni 2008

Brutalkapitalismus

Herr Sommer von den Gewerkschaften bezeichnete die Unternehmer in den neuen Bundesländern als Anhänger des Brutalkapitalismus. Aber was bedeutet eigentlich „Brutalkapitalismus“? Ich denke, alles was mit der Beschäftigung von Menschen zu tun hat, ist in unserer Zeit eine Form von Kapitalismus. Es gibt auch den sozialen Kapitalismus, der eher in den Kommunismus einzubinden ist, als in den Sozialismus. Aber es sind nur Begriffe, die theoretisch formuliert und dann entsprechend ausge­legt werden. Es kommt wirklich auf die Auslegung von Begriffen oder Bezeichnungen an.

Natürlich gab es nach der Wiederveinigung der beiden deutschen Staaten ein Run auf die verfügbaren Unternehmen der Wirtschaft der DDR, denn diese Unternehmen wurden oft zu einem Spottpreis angeboten, was an der Dummheit der Regierung der Bundesrepublik Deutschland lag, aber wenn ein Bundeskanzler seine Freunde be­schenken will, aber offiziell es nicht darf, dann löst man Firmen auf und verkauft de­ren Anteile.

Aber jetzt zu dem Vorwurf aus der Gewerkschaft gegen die Unternehmer in der neu­en Bundesländer. Es werden nicht nur allein ehemalige Anhänger der SED einen Teil der Firmen in den neuen Bundesländer erworben haben, sondern auch Unternehmer aus dem Westen Deutschlands oder aus einem europäischen Land, das der EU ange­hört.

Soviel ich in Erfahrung bringen konnte, haben viele Unternehmer von dem Solidari­tätsbeitrag durch die Westdeutschen profitiert, aber haben diese Gelder nicht an die Arbeitsnehmer in ihren Betrieben als Löhne weitergegeben, sondern selbst einge­steckt. Die Arbeitnehmer haben zu Niedriglöhnen arbeiten müssen, aber die Unter­nehmen haben schwer abkassiert. So manches Unternehmen ist dann in den Konkurs gegangen, ob war es ein selbst herbeigeführter Konkurs, der eigentlich strafbar ist, aber diesen Unternehmern ist nichts passiert, wenn man gute Anwälte hat, und das meiste Geld in einem anderen europäischen Land untergebracht ist, es lebe der be­trügerische Kapitalist.

Es ist schon komisch. Früher waren diese Leute in der Führungsriege der SED, ha­ben die DDR in den Bankrott getrieben, dann sind sie nach der Wiedervereinigung als Unternehmer aufgetaucht, mit dem Streben, die Arbeitnehmer wieder zu unter­drücken, indem schlechte oder gar keine Löhne bezahlt werden. Diese Leute haben in ihrem Leben nur eins gelernt, wie man sich selbst bedienen kann. Im Realsozialismus haben sie genauso gehandelt wie im Kapitalismus, denn sie haben keine Unterschie­de zwischen den beiden Wirtschaftsformen gemacht, für die war alles gleich, in der Hauptsache, man kann gut leben.

Wenn ich alles so betrachte, so frage ich mich, warum beschäftigt man sich mit Be­griffen, die in sich gleich sind, die im einzelnen nur anders ausgelegt werden und nur anders gefärbt sind. In der Grundstruktur sind Kapitalismus und Sozialismus gleich, denn beide Wirtschaftsformen beuten die Menschen aus.

Prinzipiell ist der Mensch wichtig, der dieses Unternehmen führt, aber auch die Füh­rungsriege eines Unternehmens. Denn wenn man sein Unternehmen nach den sozia­len Vorgaben der Menschlichkeit und der Fürsorge der Arbeitnehmer führt, dann kan man von einem sozialen Kapitalismus ausgehen, besonders dann, wenn die Arbeitnehmer an den Gewinnen des Unternehmens beteiligt werden.

Ich denke, der Begriff „Brutalkapitalismus“ ist weit hergeholt, wenn ich die führen­den Gewerkschafter früherer Jahre so betrachte, dann waren diese genauso dem Ka­pitalismus behaftet wie die heute. Alles andere ist Heuchelei.

Keine Kommentare: