Donnerstag, 5. Juni 2008

Apotheke

Als ich noch ein Kind war, es war gleich nach Ende des 2.Weltkrieges, da lebte ich mit meiner Familie in Norden Deutschlands. Ich mochte so etwa 12 Jahre alt gewe­sen sein, als eine Apotheke gebaut wurde, aber aus Material einer alten Wehr­machtsbaracke. Eine Frau als Apothekerin betrieb diese Apotheke, gut man war da­mals froh, eine Apotheke zu haben.

Die Apotheke stand etwas drei oder vier Monate, als ich zufällig vorbeikam. Ich blieb plötzlich stehen, weil ich irgendwie unter Zwang stand und eine innnere Stimme mir sagte: bleibe stehen, gleich passiert etwas sehr Interessantes, und ich blieb stehen.

Auf der Straße – es war eine Dorfstraße aus Teer – kam ein Pferdefuhrwerk. Vor dem Wagen waren zwei Pferde gespannt. Es war der Milchmann Heinrich, der die Milchkannen bei den Bauern einsammelte und sie dann zur Molkerei fuhr. Damals gab es noch nicht die Tankmilchwagen.

Die beiden schweren Gäule kamen dahergetrottet, und als sie dann auf Höhe der Apotheke standen, blieben sie plötzlich stehen. Selbst Heinrich wunderte sich, aber auch ich wunderte mich und blieb natürlich stehen, und wartete gespannt, was jetzt geschehen würde.

Doch dann, ganz plötzlich begannen beide Pferde an zu kotzen. Ja wirklich, sie kot­zen sehr heftig, als wenn sie in der letzen Nacht eimerweise Schnaps getrunken hät­ten oder auch gesoffen.

Dieser Vorfall sprach sich bald im ganzen Dorf, aber auch in der Umgebung rum. Die alte Emalia Kalutrichkeit meinte nur: „Na ja, da bewahrheitet sich das alte Sprichwort : man hat schon Pferde vor der Apotheke kotzen gesehen.“

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