Donnerstag, 3. April 2008

Zensur

Es ist ein unscheinbares Wort „Zensur“, man könnte auch sagen „Rasur“, aber der Begriff „Zensur“ hat eine andere Bedeutung als der Begriff „Rasur“, obwohl bei der Rasur eine kontrollierte Vorgehensweise vom Friseur verlangt wird, wenn er beim Mann den Bart abnimmt, ohne ihn in den Hals zu schneiden.

Jetzt zum Begriff „Zensur“, der bedeutet allgemein, es wird etwas zensiert, damit es anschließend richtig ist und nicht falsch, also der Wahrheit entsprechen muß. Aber stimmt das? Das ist die große Frage, die ich mir auch immer stelle, wenn ich in den Medien lese, die Regierung oder deren Behörden wollen die Zeitungsberichte der Medien zensieren. Oft wissen wir Bürger nicht, ob die Medien die Wahrheit schrei­ben, und ob die Behörden wirklich die Zensur wollen.

Aber jetzt noch einmal zur „Zensur“. Was bedeutet eigentlich der Begriff für mich? Zensur ist eigentlich ein Ausdruck für die Kontrolle der Medien aber auch der Bür­ger. Der Staat will mit der Zensur erreichen, daß die Medien und Bürger nur das veröffentlichen, was der Regierung angenehm ist, alles andere wird dann verboten, wenn die Zensur es bestimmt, daß ein Zeitungsbericht zum Beispiel nicht veröffent­licht werden darf, weil der Inhalt der Wahrheit entspricht, aber gerade diese Wahr­heit belastet die Regierung. Also wird der Bericht verboten.

Die Zensur verbietet bestimmte Bücher und Filme sowie Computerspiele, weil sie an­geblich die Jugend gefährden. Früher gab es einmal eine Zeit, als ich noch en Ju­gendlicher war, als man Pornograph in Deutschland verboten hatte, aber über Dä­nemark sind dann diese Pornohefte eingeschmuggelt worden. Wenn man erwischt wurde, dann konnte es sein, daß man dafür eine empfindliche Freiheitsstrafe bekam.

Über alles, was mit Sex zusammenhing, wurde die Zensur erhängt. Besonders die al­ten Abgeordneten im Bundestag brachten diese Gesetze auf den Weg, aber auch die Kirche stand hinter dieser Zensur.

Das nur zu meiner Vergangenheit, weil ich denke, Zensur ist überall. Die Menschen haben ständig das Verlangen, andere Menschen zu kontrollieren, so ist auch die Zen­sur ein ausgezeichnetes Kontrollinstrumentarium, um die freie Meinungsäußerung und Persönlichkeitsrechte durch Gesetze zu kontrollieren und einzuschränken.

Der Politiker, der sein Volk liebt, schränkt aus dessen Freiheit ein, um seine Macht zu stabilisieren. So gibt es auch in der Kirche und deren Ableger (Sekten) Menschen, die ihre Kinder lieben, und sie deshalb züchtigen. Sie sind die Mächtigen gegenüber den Kindern, und wollen nur dadurch ihre Macht genauso stabilisieren, wie es die Politiker machen oder wenigstens versuchen, es zu vollziehen.

Generall kann man hier anführen, es hat schon immer eine zensur in den unter­schiedlichsten Gesellschaftsformen gegeben, denn bei der Zensur geht es um persön­liche Macht, die der Einzelne behalten möchte. Es ist die Eigenart des Menschen sei­ne Art zu kontrollieren, und damit zu unterdrücken. Die Zensur ist ein Instrumentari­um der Unterdrückung und nicht nur allein der Kontrolle, denn bevor man ein Volk unterdrücken will, muß man dieses Volk kontrollieren.

Ich selbst sehe nicht nur die Freiheit in unserer Gesellschaft, sondern ich sehe auch die Mechanismen der Kontrolle durch die Zensur, denn immer mehr mischen sich die Politiker in die Arbeit der Journalisten ein, sie bedrohen sie und damit auch die Me­dien. Wie lange die Medien dieses Spiel mitmachen ist ungewiß oder sie gehen zu de­nen über, die die Freiheit der demokratischen Grundordnung in unserem Land durch Zensur bedrohen, um einmal wieder auf der Seite der Macht zu stehen. Darin sehe ich die Gefahr.

Aber auch gleichzeitig sehe ich die Gefahr des geistigen Abbaus bei vielen Men­schen, denn ohne die hohen geistigen Fähigkeiten zu erkennen, daß unsere Freiheit durch das Überhandnehmen von Zensur so eingeschränkt wird, das wir eines tages nicht mehr hochstehende geistige Wesen sind, sondern dumpfe Arbeitstiere.

Aber meine Zukunft wird bald zu ende sein, denn das biologische Altern wird von mir den Tribut verlangen, den es von allen verlangt, das ist die weise Voraussicht, sich der Zensur des Geistes zu entziehen.

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