Mittwoch, 23. April 2008

Segen

Es ist doch ein Begriff aus der christlichen Religion. Ich weiß selber nicht, was es be­deutet, aber ich versuche einmal, diesen Begriff, für mich zu erklären. Ich bin bei meinem letzten Blogeintrag „Führe mich nicht in der Versuchung“ darauf gestoßen, als ich den letzten Satz „meinen Segen habt ihr“ oder so ähnlich, aber das Wort Se­gen war in diesem Satz. Erst da machte ich mir Gedanken über dieses Wort. In der Vergangenheit habe ich schon oft, etwas über Segen gehört, aber es nur als christli­che Beigabe zum Gebet hingenommen, aber nie darüber nachgedacht, was dieses Wort für Menschen bedeuten könnte.

Wenn ein Pfarrer oder Pastor seinen Segen am Ende eines Gottesdienstes spendet, dann will er mit diesem Segen die Teilnehmer am Gottesdienst schützen, aber oft werden auch andere Menschen wie Kranke, Opfer von Katastrophen und Verbrechen in die Gebete einezogen und anschließend gesegnet. Hier kann ich es verstehen, wenn der Segen eine Art von religiösen Riten ist, warum nicht.

Aber es gibt auch den Segen von Vätern, die ihre Kinder segnen, wenn sie im Sterben liegen, meistens bekommen sie durch einen herbeigerufenen Priester die letzte Ölung, wenn es noch klappt. Oder wenn zwei junge Menschen heiraten wollen, dann sind sie erpicht darauf, daß der Vater der Braut dem zukünftigen Paar seinen Segen für die Eheschließung gibt.

Der Segen wird in vielerlei Arten und Formen gespendet und hat irgendwie seine Be­deutung, aber nur für die Menschen, die etwas mit dem Segen anfangen können. Mir persönlich ist der Begriff „Segen“ in seinem Inhalt und seiner Bedeutung fremd, das muß ich schon gestehen, aber wenn man ohne diese Riten aufwächst, und sie noch nicht erlebt hat, dann hat man seine Schwierigkeiten das zu verstehen.

Der Begriff „Segen“ ist wirklich für mich fremd, auch habe ich deshalb keinen Bezug dazu. Ich denke, wenn ein Priester seiner gemeinde den Segen spendet, dann ändert sich nichts, weil es nur ein Wort ist, aber der Glaube an die Kraft des Segens, daß er das Gute bringt, wenn man gesund bleibt oder wird, ist enorm, weil man immer sagt: „der Glaube versetzt Berge“, so kann es auch bei dem Segen sein. Die Menschen, die den Segen bekommen haben, glauben an diesen und fühlen sich danach irgendwie glücklicher, und sie empfinden den Schutz, den der Segen ihnen gibt.

Wenn Väter ihren Kindern den Segen geben, so ist es eine Geste des Vaters an die Kinder, daß er seine Kinder liebt und ihnen alles Gute wünscht.

Aber der Segen ist eigentlich eine Glaubenssache, und damit eine religiöse Geste an die Gläubigen der jeweiligen Religion. Einen Segen zu geben, das ist das Vorrecht der Priester, den sie durch Gott erhalten haben, so sagen sie es (ich beziehe die gan­ze Sache auf die christliche Religion, da ich mit dieser groß geworden bin). Für die gläubigen Christen ist der Papst der Vertreter Gottes auf Erden, also hat er auch das Recht, den Segen an die Gläubigen weiterzugeben.

Warum kann selbst der Gott nicht den Segen geben? Warum muß ein Mensch für ihn einspringen und den Gläubigen den Segen erteilen? Warum kann ein Mensch einem anderen Menschen den segen erteilen? Oder ist es nur ein Spiel mit der Macht, um zu zeigen welche Macht ein Mensch hat, wenn er anderen Menschen den Segen er­teilt?

Es ist schwer, da einen Durchblick zu bekommen. Die Gläubigen werden den Segen nicht anzweifeln, besonders auch dann nicht, wenn ein Mensch, hier der Papst, im Namen Gottes den Segen erteilt, weil er es angeblich darf.

Ich lasse einmal den Glauben so stehen, denn man wird kaum etwas daran verändern können, auch wenn einem Zweifel aufkommen, bei denen vielen Riten die veranstaltet werden, um den Glauben leben zu können.

Wenn Menschen sich glücklich dabei fühlen, wenn ihnen der Segen erteilt wird, oder erhaben fühlen, wenn sie den Segen selbst erteilen dürfen, so sollen das bleiben was sie sind, nämlich Menschen und sonst nichts.

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