Samstag, 5. April 2008

Religion und Philosophie

Philosophie und Religion gehören zu den Geisteswissenschaften. Auch die Religion ist eine anerkannte Wissenschaft und beschäftigt sich mit dem Glauben, und mit dem was Religionen überhaupt sind, und wie sie entstanden.

Wir dürfen nicht vergessen, daß beide wissenschaftlichen Disziplinen aus dem Den­ken unserer Vorfahren über die Vorgänge in ihrer Umwelt stammten. Denn an den Lagerfeuer dachten sie über die Gestirne am nächtlichen Himmel nach. Dann über den Tod, und darüber hinaus , was nach dem Tod eines Menschen geschieht, ob er in eine andere Welt kommt, in der man weiterleben kann. Hier entstand der Glaube an ein Weiterleben nach dem Tode, und unsere Vorfahren begannen Beerdigungsriten zu entwickeln, um ihren Toten den Weg in das Jenseits zu erleichtern. Es gab zu die­ser Zeit noch keine Wissenschaft, die ihre eigenen Instrumentarien entwickelte, um etwas nach wissenschaftlichen Kriterien zu erforschen, aber der Mensch konnte den­ken, und er entwickelte die ersten philosophischen Denkweisen, um die Welt mit ih­ren Gedanken zu erfassen und darüber zu sprechen.

Der Glaube an Naturgeister und Dämonen halfen dem Menschen einen Glauben an Götterm zu entwickeln, aber die Götter entsprachen dem Bildnis der Menschen, die diese Götter schufen.

In den Religionen unserer Vorfahren gab es hauptsächlich Götter, Dämonen und Na­turgeister, die von ihnen geehrt wurden.

Die erste monoistische Religion, die nur einen Gott hatte, war die jüdische oder auch hebräische. Sie hatte nur einen Gott, und von ihrem Gott gab es kein Bildnis, denn der Gott der Juden ist ein Wesen, das keine Gestalt hat, aber einen Geist. Ich erinne­re noch an das 1.Buch Moses, in dem die Verfasser zur Schöpfungsgeschichte schrie­ben: zuerst war das Wort und der Geist schwebte über das Wasser. Also man machte aus etwas, was man nur annahm, einen Gott, einen Anführer, denn zuerst war Gott ihr Anführer und Begleiter. Für die Hebräer war Gott ein geistiges Wesen, also ein Wesen ohne jegliche Gestalt. So etwas passt sehr gut für philosophische Ansätze, denn jeder Mensch muß beim Philosophieren geistige Fähigkeiten zeigen, er muß denken können, nur denken und nachvollziehen, was er gerade gedacht hat.

Auch in der Philosophie glaubt man zuerst, dann versucht man den Begriff zu erklä­ren, aber der Phlsophie sagt, er denkt zuerst und dann zieht er aus diesen Gedanken seine Schlüsse. Ob das, was er denkt oder seine Schlüsse daraus zieht, tatsächlich Wissen ist, das kann man so oder so sehen. Wissen wird es erst dann, wenn andere Menschen das Gedachte als Wissen aufnehmen, und sie glauben, daßes Wissen ist und nicht Glaube.

Religion und Philosophie werden als Wissenschaften anerkannt, sowie auch andere Disziplinen in den Geisteswissenschaften, sie haben wissenschaftliche Kriterien sel­ber entwickelt, nach denen sie einen Text untersuchen, denn zuerst muß man den Text, den man liest auch verstehen, um ihn dann auslegen zu können. Aber wie legt man einen Text so aus, daß er den wissenschaftlichen Kriterien standhalten kann?

Das is die Frage, die sehr entscheidend ist, aber nur für die Wissenschaftlichkeit der Textauslegung. Hier empfinde ich selbst, daß jeder Mensch einen Text, den er liest, anders versteht als sein Nebenmann, und er wird den Text auch anders auslegen, au­ßer wenn sich die beiden Leser an die vorgegebenen wissenschaftlichen Kriterien halten.

So besteht bei der Religion und der Philosophie ein Maß an Wissenschaftlichkeit so­wie auch bei den anderen Wissneschaften, weil alle Wissenschaften ihre eigenen Kri­terien haben, nach denen wissenschaftlich gearbeitet wird. Diese Kriterien sind sehr eng gefaßt und lassen wenig Spielraum für andere Überlegungen, die nicht in den vorgegebenen Kriterien vorgesehen sind.

Aber zuerst steht immer der Gedanke, dann kommt die Auslegung der Gedankengän­ge bis ein Gedankengebäude dasteht. Ob es dann nur Glaube oder Wissen ist, das ist oft fraglich, und es liegt am Individuum, darüber zu entscheiden.

Keine Kommentare: