Freitag, 4. April 2008

Kein Besuchszwang der Eltern

Wieder einmal entschied das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe nach menschli­chem Ermessen richtig, es sagte, daß Eltern – Mutter oder Vater – einnichtehelichen Kindes gezwungen werden darf, sein Kind unter Zwang zu besuchen, denn ein er­zwungener Besuch belastet die Beziehung zwischen dem Kind und dem jeweiligen El­ternteil erheblich, besonders das Kind werde psychisch stark belastet, und das sei nicht zum Wohle des Kindes.

Die Richter haben es sich nicht leicht gemacht, denn einerseits mußten sie entschei­den, was zum Wohle des Kindes ist, und wie der zum Besuch gezwungene Elternteil auf das Zusammentreffen mit dem Kinde reagiert.

Wenn ich als Vater eines unehelichen Kindes zu einem Besuch bei meinem Kinde ge­zwungen werde, dann reagiere ich sofort ablehnend auf das Kind und lasse dem Kind diese Ablehnung auch spüren. So kommt es nie zu einer wirklichen Vater-Kind-Bezie­hung, die zum Wohle des Kindes anzusehen ist.

Es kommt noch ein Argument dazu, daß eine Ehefrau des Mannes, der in einer au­ßerehelichen Beziehung ein Kind gezeugt hat, seiner Ehefrau die beziehung und das daraus entstandene Kind verheimlichen muß, und als nichtexistent betrachtet.

Wenn jetzt der Mann gezwungen wird, das Kind zu besuchen, also Kontakt zu dem Kind aufzubauen, dann kann es passieren, daß seine Ehefrau davon erfährt, und es zu schweren Zerwürfnissen zwischen den Eheleuten kommt, und daß dann die Ehe als solche gefährdet ist. Da die Ehe in der Verfassung als höchstes Gut unsere Staats­form mitangesehen wird, so muß die Ehe als solche geschützt werden. Daß kann sie nur dann, wenn der Ehemann, der ein Kind in einer außerehelichen Beziehung ge­zeugt hat, nicht per Gesetz gezwungen wird, die Beziehung zu diesem Kind aufzuneh­men, obwohl er diese Beziehung nicht will, weil er keinen Bezug zu diesem Kind hat, und das Kind als solches ablehnt.

Da ein nichtehelicher Vater nur dann eine Beziehung zu seinem nichtehelichen Kind aufbauen kann, wenn er dieses Kind auch als sein eigenes ansieht, und er zusammen mit der Kindesmutter gemeinsam die Erziehung des Kindes gestaltet und somit, den Kontakt zu diesem Kind aufrechterhält. Damit gibt er sich diesem Kind als Kindesva­ter zu erkennen, und wird in dieser Beziehung die Entwicklung des Kindes zu dessen Wohle fördern.

In einer derartigen Situation bedarf man kein Gesetz, das einen Vater eines nichtehe­lichen Kindes zwingt, regelmäßige Besuche bei diesem Kind unter Zwang durchzu­führen.

Niemand darf zu etwas gezwungen werden, außer es dient zu seinem persönlichen Schutz, und garantiert gleichzeitig den Schutz anderen Menschen.

Ich finde die Entscheidung der Verfassungsrichter des Bundesverfassungsgerichts als eine vorausschauende Entscheidung, und zum Wohle von Kindern und Eltern.

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