Mittwoch, 9. April 2008

Ich

Was bedeutet eigentlich dieses Wort „Ich“? Es ist eine Bezeichnung für ein Wesen, das sich auch der Masse von Individuum hervorhebt, denn er bezeichnet sich selbst als „Ich“ als eine Persönlichkeit, die mit anderen Persönlichkeiten nicht verglichen werden kann.

Oft fällt mir selbst auf, daß ich nicht von einem „Ich“ schreibe, wenn ich mich ei­gentlich selbst bezeichnen möchte, sondern ich schreibe oder spreche auch von „Wir“, denn das wären mehrere Persönlichkeiten, die sich ein „Ich“ teilen. Aber kann man jetzt ein „Ich“ teilen? Ich denke nicht, weil ein „Wir“ mehrere Menschen oder auch Persönlichkeiten zusammenfasst, und das zu einer Masse, die anscheinend kein „Ich“ oder keine Persönlichkeit haben.

Das denke ich nicht, weil jedes Wesen eine Persönlichkeit hat, obwohl diese in einer Masse verschwinden kann. Wenn eine Persönlichkeit in einer Masse verschwinden kann, und dann zu einem kollektiven „Wir“ wird, ist es dann noch immer ein „Ich“, obwohl sich die Situation verändert hat, weil er von einem Individuum zu einer an­onymen Masse geworden ist?

Nein, es hat sich eigentlich nichts verändert, auch wenn die Anonymität eingetreten ist, und die Persönlichkeit des Individuums in ein Kollektiv von Persönlichkeiten auf­gegangen ist. Bleibt da noch das „Ich“ als „Ich „ erhalten, obwohl das „Ich“ im Kollektiv von Persönlichkeiten nicht als „Ich“ erkennbar ist?

Wenn jetzt jedes Lebewesen eine Persönlichkeit ist, dann hat jedes Lebewesen auch ein „Ich“, so daß diese Persönlichkeit auch als „Ich“ erkennbar ist und als solches anerkannt werden muß. Aber warum versuchen Einzelne, diese Lebewesen, wenn sie sie als Art bezeichnen, in ein kollektives „Wir“ zu pressen, und damit entziehen sie diesen Lebewesen die Persönlichkeit das „Ich“.

Aber an einer individuellen Heraushebung des „Ich“ ist das Wesen „Mensch“ ver­antwortlich, aber erst der Mensch der Neuzeit. Unsere Vorfahren haben auch jeden Artgenossen die von ihm geforderte Stellung innerhalb der Horde, des Stammes oder auch der Familie gegeben, aber trotzdem bestand immer die Gefahr, daß er als Indi­viduum in die kollektive Bezeichnung „Wir“ hineingezogen wurde.

Gut, das „Ich“ beinhaltet die individuelle Freiheit des Lebewesen, aber gleichzeitig birgt dieses „Ich“ die Gefahr in sich, daß die individuelle Freiheit des betreffenden Lebewesen zu seiner Unfreiheit wird, weil er alleine dort steht, als einzelnes Lebewe­sen, und er wird dadurch angreifbar und verletzlich. In diesem fall bietet dann das Kollektiv einen Schutz für den Einzelnen, denn im Kollektiv sind die Lebewesen stark und sicher vor Angriffen.

Wenn ein Lebewesen zu einer Persönlichkeit wird und mit „Ich“ bezeichnet wird, dann müssen auch andere Lebenwesen Persönlichkeiten sein, weil das „Ich“ auch Persönlichkeiten verbindet, aber sie dürfen nicht zu einem Kollektiv werden, das die Individualität nicht zuläßt. Individualität und Kollektivität verbinden sich dann, wenn für das Individuum die Gefahr besteht, sein „Ich“ zu verlieren, dann muß es zu ei­nem vorübergehenden „Wir“ kommen, aber nur solange bis die Gefahr für das Indi­viduum vorüber ist.

Ich denke also bin ich, es sind auch Worte, die etwas beinhalten, was mit dem Indivi­duum Lebewesen zu tun hat, und damit auch mit der Persönlichkeit des Individuums nämlich mit dem „Ich“. Weil ich selbst hier meine Forderung stelle:“Ich denke also bin ich“. Natürlich bin „Ich“, wer sollte es sonst sein. Es kommt immer im Leben auf das „Ich“ an, weil das „Ich“ einen natürlichen „Egoismus“ beinhaltet, damit ich überleben kann. Schon beim „Überleben“ spreche ich auch vom „Ich“, was scheinbar wichtig ist für mich.

Ohne ein gewisses Maß an „Egoismus“ kann ich nicht überleben. So muß ich das „Ich“ in den Vordergrund stellen. Also ist das „Ich“ kein Selbstzweck, sondern eine Notwendigkeit im Leben.

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