Dienstag, 15. April 2008

Der freie Wille

Es wird sehr oft von einem freien Willen gesprochen, und daß jeder Mensch auf­grund seines freien Willen auch frei entscheiden kann. Aber ich stelle mir manchmal die Frage: gibt es eigentlich einen freien Willen, oder ist es nur eine Illusion, in der wir leben, wenn wir behaupten, daß wir einen freien Willen haben.

Aber ich kann nur sagen, daß ich immer meine, daß ich einen freien Willen habe, aber dann kommen bei mir Zweifel auf, wenn ich eine Entscheidung suche, erhalte ich zwei Vorlagen aus meinem Bewußtsein, die besagen, daß ich zwischen beiden Hinweisen entscheiden muß, welches die Entscheidung ist, die ich fälle.

Ich habe eigentlich keinen freien Willen in meinen Entscheidungen, sondern mir wird dieser Wille aufgezwungen, und der entsteht im Unterbewußtsein von mir. Hier in meinem Unterbewußtsein sind alle Informationen gelagert oder registriert, die dann abgerufen werden, wenn ich etwas tue. Der Wille entsteht im Unterbewußtsein, und kommt anschließend in das Bewußtsein, von wo aus ich dann mein Handeln als frei­en Willen äußer.

Für mich ist es schon komisch, nicht der Herr des eigenen und freien Willens zu sein, weil der Wille vom Gehirn ausgeht, denn er entsteht dort, wo Unterbewußtsein und Bewußtsein gemeinsam meinen Wilen kundtun, damit eine Entscheidung getroffen wird.

Mein Umwelt nimmt das, was ich äußere als freien Willen meinerseits auf und kann ich annehmen oder ablehnen, es bleibt ihnen überlassen. Wenn ich den Willen eines anderen, der mir diesen angetragen hat, ablehne, dann ist die Ablehnung nicht aus freiem Willen entstanden, sondern das Unterbewußtsein hat mir die Ablehnung vor­gegeben, die ich dann willentlich äußere.

Jetzt könnte man sagen, daß wir eigentlich Sklaven des Gehirns sind, wenn das Ge­hirn die Entscheidung vorträgt, damit diese getroffen werden kann. Die Umwelt spricht von einem freien Willen, den ich geäußert habe, obwohl das Unterbewußtsein diesen Willen vorformuliert hat, bevor er in das Bewußtsein gekommen ist und dann von mir geäußert wurde.

Ich denke, wir sollten es noch nicht so ernst nehmen, daß wir schon Sklaven des Ge­hirns geworden sind, aber hier insbesondere des Unterbewußtseins, daß eine große Rolle spielt, wenn wieder einmal der Wille als solcher kundgetan wird.

Wenn die Hirnforschung weiterhin neue Erkenntnisse bringen kann, wie das Unter­bewußtsein und das Bewußtsein miteinander arbeiten, dann wäre uns schon sehr viel geholfen.

Aber wir denken wohl selten daran, daß wir als Menschen nicht die sind, die einen freien Willen haben, weil das Unterbewußtsein eigentlich den freien Willen hat.

Ich mache mir nicht sehr viel daraus, ob ich einen freien Willen habe oder nicht, son­dern akzeptiere die Entscheidung des Unterbewußtseins, in der Hoffnung, der eigent­liche Träger meines freien Willens zu sein.

Ob der freie Wille eine Illusion ist, ist denkbar, wenn ich daran denke, daß es ein Un­terbewußtsein und ein Bewußtsein gibt, die mir die eigentlichen Entscheidungen un damit meinen freien Willen abnehmen, denn alles ist möglich.


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