Montag, 21. April 2008

Das Böse

Das Böse ist immer und überall“, so wird es von manchen Menschen gesehen und behauptet. Aber was ist das „Böse“ überhaupt? Das Böse ist ein Begriff, der von Menschen geprägt worden ist, um einen Unterschied herzustellen zum „Guten“. Manche Menschen unterscheiden diese Begriffe sehr genau, weil sie der Hoffnung sind, missionarisch etwas dazu beizutragen, daß der Mensch das Böse vermeidet, und sich dem Guten zuwendet.

Böse ist immer das, was nicht in die Gemeinschaft hineinpasst. Es ist das Verhalten eines Individuums, das sich weigert die Normen der Gemeinschaft anzuerkennen, also wird als schlechter Mensch empfunden. Böse ist auch jemand, der sich an meine Nahrungsmittel heranmacht, und sie mir wegisst, weil er Hunger hat, aber er ist ein schlechter Mensch.

Mit der Entstehung von Religionen ging man dann soweit, daß ein Mensch schon böse ist, wenn er nicht an das glaubt, an was die Gläubigen der jeweiligen Religion glauben. Also kann man sagen, daß das böse ist was nicht gut ist. Aber hier stellt sich dann die Frage: was ist gut? Ist es gut, wenn man ein lebendes Wesen einem fiktiven Gott opfert, nur weil man glaubt, daß durch das Opfer der Gott gut und gnädig sein wird?

Hier scheiden sich die Geister, aber zur Zeit der Opferungen an die Götter war man überzeugt, was macht was Gutes, aber war es wirklich gut, so einen Menschen zu op­fern, nur weil irgend jemand sich äußerte, nur die Opferung von Menschen stimmt den Gott milde und gnädig.

Wir Menschen von heute empfinden ein derzeitiges Verhalten als böse, wie sich die Zeiten ändern. Oder, es ist eigentlich noch nicht solange her, denken wir einmal an die Hexenverfolgung und ihre Konsequenzen.

Die Hexenverfolgung war und ist ein Beispiel für das Spiel der Kirche und ihrer Hin­termänner zwischen „Gut“ und „Böse“. Hier wollte man dokumentieren, was ge­schieht, wenn man böse ist und als böser Mensch bloss gestellt wird. Die damalige Kirche machte es deutlch, daß es Gott und den Teufel gibt, also Gott, der Gute und Gnädige und der Teufel, der Böse und der Verführer. Als guter Mensch hatte man immer die heilige Pflicht, das Böse, also die Hexen, der Kirche zu melden, damit sie ihrer gerechten Strafe zu geführt werden würden, was dann auch geschah, in Form der Verbrennung auf einem Scheiterhaufen.

Noch heute gibt es das Böse, so auch der amerikanische Präsident Bush, der von Schurkenstaaten redet. Es sind meistens Staaten, die die Lebensweise der Amerika­ner ablehnen, würden wir es auch tun, also die deutschen, dann würden wir auch zu den Schurkenstaaten zählen, und wir wären böse Menschen.

Wenn ich so die Unterscheidung zwischen „Gut“ und „Böse“ betrachte, dann muß ich lachen, weil es eigentlich nicht klar ist, was ist „Gut“ und was ist“Böse“, denn um die Begriffe als solche zu definieren, stellen sie eine Ansichtssache dar, denn je­der Mensch oder jede Gesellschaft sieht die Begriffe anders oder deutet sie anders.

In der Natur gibt es nicht die Begriffe „Gut“ und „Böse“ und keine Tierart lebt nach solchen Begriffen, weil es in der Natur nur ein Überleben und die Erhaltung der Art gibt. Das eine Tier ist das Beutetier und das andere ist der Jäger. Es gibt eine höhere Anzahl von Beutetieren als eine höhere Anzahl von Jägern. Aber die Jagd stellt nichts Gutes oder Böses dar, sondern sie ist eine Notwendigkeit, weil der Jäger über­leben muß, indem er das Beutetier reißt und das Beutetier stellt die Nahrung für den Jäger dar, und es muß in seinem Bestand immer reduziert werden, damit es selbst überleben kann.

Ich sehe auch nicht mehr die Begriffe „Gut“ und „Böse“, weil ich an das Leben und Überleben denke, denn beide Begriffe können mir nicht helfen, daß ich überleben, sondern ich muß selbst zusehen, wie ich überlebe.

Lassen wir den abstrakten Begriff „Böse“ so stehen wie er steht, weil andere Men­schen daran festhalten, sonst wären sie mit ihrem Latein am Ende, aber warum gera­de Latein?

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