Mittwoch, 30. April 2008

Amstetten in Österreich

Was die ganze Menschheit überraschte, war die Nachricht, daß ein Vater seine Toch­ter in einem Keller, den er selbst gebaut oder angelegt hatte, einsperrte, über 24 Jah­re lang, sie häufig vergewaltigte und mit ihr sieben Kinder zeugte, von denen eins gleich nach der Geburt verstarb, das er dann gleich entsorgte, bitte entschuldigt die­sen Ausdruck, indem er den toten Säuglich im Heizungskeller verbrannte.

Diese Nachricht war für mich ein Schock, obwohl ich selbst durch meine gutachterli­che Tätigkeit in der Justiz viel gewohnt war, jetzt bin ich im Altersruhestand, aber so etwas habe ich noch nie erlebt oder etwas davon gehört.

Ich selbst kann mir einfach nicht vorstellen, daß ein Mensch zu dieser Tat fähig ist. Zum Töten ist der Mensch fähig, das ja, aber sich an seiner eigenen Tochter zu ver­gehen, sechs oder sieben Kinder zeugen, und dann obendrein die Tochter in einem selbstgebauten Verließ einzuschließen, sie dort als Liebessklavin zu halten, sozusa­gen als sein Eigentum, und alle Persönlichkeitsrechte eines Menschen zu vernichten? Wir sind noch nicht weit gekommen, in dieser Gleichstellung von Frau und Mann, denn der Jäger aus der Urzeit will es nicht glauben, daß er jetzt auch die Persönlich­keitsrechte einer Frau achten muß.

Es ist ein Tragik der menschlichen Gesellschaft, die immer davon redet oder bisher redete, daß jeder das Recht auf körperliche Unversehrtheit hat, aber dann immer wieder dem Mann das Recht zusprach, wenn auch indirekt, mit seiner Frau so umge­hen zu können, als wenn es sein Eigentum sei und die Frau keinerlei Rechte habe, siehe die körperliche Gewalt der Ehemänner und Väter in den Famlien. Hier hat man erst jetzt durch die entsprechende Gesetzgebung vorbauen können, und die Ge­walttäter aus den Familien verbannt.

Es ist natürlich eine Illusion, wenn man jetzt nach dem Vorfall in Amstetten Sicher­heiten einbauen will, damit so etwas nicht wieder passiert, aber es gibt keie Sicher­heit für diese Taten sowie für andersgeartete Taten, nur kann man versuchen, hellhö­riger zu werden und genauer hinzuschauen, um vielleicht im Ansatz einer derartige Tat zu verhindern.

Aber ich empfinde es immer wieder abstoßend, wenn man nach einer derartigen Tat wieder herumschreit und der Meinung ist: hätte man so etwas nicht verhindern kön­nen? Ich selbst frage mich dann, wie hätte ich das verhindern können? Es gibt kein Rezept, um solche Taten nicht geschehen zu lassen. Es wird derartige Verbrechen immer geben, weil sie schon immer gab, aber wenn sich die Männer den Frauen et­was mehr anpassen, und nicht überall den geilen Bock spielen, dann könnte es dazu kommen, daß Gewalt gegen Frauen zurückgeht, aber das ist wieder ein illusionäres Denken, dem ich wieder einmal aufgesessen bin.

Es wird weiterhin Gewalt gegen Frauen und Kinder geben, diese Spirale wird wei­tergehen. Wann es einmal aufhören wird, das weiß ich, wenn die Menschheit das Zeitliche gesegnet hat, und das wird sie eines Tages tun.

Jetzt noch einmal zu Amstetten. Ich sehe wieder die Zeit kommen, in der sich die so­genannten Experten tummeln, und jeder seinen eigenen Theorien nachhängt und großzügig erklärt, warum es nur so sein kann und nicht anders.

Ich muß dann immer lachen, obwohl die ganze Sache so ernst ist, aber ändern kön­nen wir an der Tat nichts, das muß jeder einsehen, obwohl das schon geschehen ist, aber keiner will es offen zusehen. Jetzt muß es um die betroffenen Kinder und der Mutter dieser Kinder gehen, aber auch um die Mutter der Mutter und Großmutter der Kinder, die von der Tochter der Mutter geboren wurden.

Ja, in erster Linie geht es um die Opfer. Den Täter kann man fast vergessen, der wird die letzten Jahre in der Vollzugsanstalt verleben, oder die Mitgefangenen werden ihm die Beichte abnehmen, bevor sie ihn in Jenseits schicken, um Bier zu holen.

Auch der Täter muß in soweit geschützt werden, daß er voll seine Strafe verbüßt, denn diesen zu töten wäre eine Barmherzigkeit für den Täter selbst.

Aber so wie ich die Menschen kenne, wird auch dieser Fall bald vergessen sein. Ei­nerseits ist es gut, abder andererseits nicht so gut, weil der Schutz vor einer derarti­gen Tat dann nicht mehr da ist, weil das Nichtvergessen und die Erinnerung daran, der beste Schutz sind dagegen sind, daß sich so etwas nicht mehr wiederholt. Aber es ist wieder eine Illusion meinerseits. Heute bin ich wahrlich von Illusionen umgeben, aber es wird doch wieder besser werden, hoffentlich gibt es kein zweites Amstetten.

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