Samstag, 8. März 2008

Männer schweigen

Jetzt frage ich mich, da ich auch ein Mann bin, warum schweigen Männer? Wir sind doch nicht auf Sardinien, wo die Lämmer schweigen. Dabei muss ich an die Worte in meiner Kindheit denken, wenn wir Indianer und Cowboy spielten, und dabei an den Marterpfahl gebunden wurden, und der feindliche Häuptling sprach: „Rede du Co­yote und deine Marter wird nicht so grausam ausfallen.“ Und ich antwortete ihm: „Du Sohn eines hässlichen Pferdeapfels, du bringst mich nicht zum Reden, denn Re­den ist Silber und Schweigen ist Gold.“ Aber dieser Spruch ist uralt, wie und wann er entstanden ist, weiss ich nicht, habe auch nie über dessen Entstehung etwas gehört.

Ich denke, diesen Spruch haben sich Männer ausgedacht, die nie reden konnten, son­dern lieber schwiegen. Aber das Schweigen der Männer, nicht der Lämmer, muss trotzdem eine gewisse Tradition haben, und die könnte darin liegen, dass unsere Vor­fahren sehr oft auf der Jagd waren, um die Horde mit Fleisch versorgen zu können, und mit dem Fell, das zu Leder verarbeitet wurde, damit lastete man den Frauen noch mehr Arbeit auf.

Wenn die Männer auf Jagd gingen, dann schwiegen sie oder vermieden jedes Ge­räusch, um das Wild nicht aufzuschrecken. Wenn sie das Wild in das Lager der Hor­de zurückschleppten, dann schwiegen sie auch, weil bei dieser Prozedur ein Quat­schen nicht möglich war. Im Lager selbst, wenn sie das Wild zerlegten, dann schwie­gen sie auch, weil dann die Frauen den Ton angaben und redeten, natürlich hörten die Männer nicht zu, so wie es heute meistens auch der Fall ist.

Nun, nach getaner Arbeit, sassen die Männer um das Feuer, aber sie schwiegen, hin­gen ihren Gedanken nach, verspeisten das halbrohe Fleisch und achteten darauf, dass die anderen Männer nicht mehr von dem Fleisch bekamen als sie selbst.

Aber warum? Ist der Mann wirklich so einfach gestrickt, dass er nur einige Grunz­laute von sich geben kann, die alles beinhalten, was ein Mann will? Ich sage schlicht und einfach: Nein.

Denn ich, obwohl ich ein Mann bin, stehe überall herum und quatsche mit jedem, ob Frau oder Mann, denn es macht Spass, mit den Menschen zu reden. Ich habe mir schon gedacht, wenn ich in den Himmel komme, dann rede ich Petrus an die Wand, aber der wird mich doch gleich reinlassen, d.h. er wird mich am Himmelstor durch­winken und nur sagen: „Lass den gleich rein, bei dem braucht ihr keine Ausweiskon­trolle machen.“

Aber warum schweigen die Männer? Wenn sie untersich sind, dann reden sie auch viel, auch wenn es nur um die Frauen und den eigenen Bettgeschichten geht. Ich selbst stehe nicht darauf, auch gebe ich der Frau, wenn ich mit ihr rede nicht das Gefühl, mit ihr ins Bett zu wollen. Ich selbst quatsche gerne, besonders mit Frauen, sie sind geistig sehr rege, was ich so gern bei Menschen mag.

Aber Männer schweigen, so auch über ihre Gefühle, obwohl sie gerne möchten, dass sie über ihre eigenen Gefühle reden wollen, aber sie schweigen trotzdem. Und dieses Schweigen hat seine Auswirkungen auf den Mann, besonders dann, wenn er Magen­geschwüre bekommt. Ja, wirklich, wenn man alles verschweigt und besonders dar­über, was einen belastet, das führt zu Magengeschwüren. Man kann auch sagen, die grossen Schweiger, dazu zählen sich die meisten Männer, haben die grössten Magen­geschwüre. Darum ihr edlen oder auch unedlen Männer, schweigt nicht län­ger, sondern redet über alles, auch wenn eure Umwelt über euch ablästert und der Meinug ist, ihr seit die grössten Tratschtanten der Nation, aber ich bin lieber die grösste Tratschtante der Nation, als der grösste Idiot, der durch sein blödsinniges Schweigen die grössten Geschwüre in seinem Magen hat.

Aber die Männer schweigen noch immer, aber ein schöner Klatsch in den Abendstun­den an der Ecke, lässt Freude aufkommen, besonders dann, wenn der ankommt, über den man gerade klatscht. Ihr Männer lasst das Schweigen, überlasst es denen, die schon tot sind, was nicht geht, denn die klatschen schon wieder im Himmel.

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