Dienstag, 18. März 2008

Inzest bleibt verboten

Ein junger Mann, der wegen Inzest mit seiner Schwester verurteilt wurde, beide hat­ten drei Kinder miteinander gezeugt, die vom Jugendamt an Pflegefamilien überge­ben wurden, hatte im letzten Jahr Verfassungsklage beim Bundesverfassungsgericht eingereicht, weil er der Meinung war, dass Inzest nicht bestraft werden darf.

Er hatte die Hoffnung, dass das Bundesverfassungsgericht die Strafbarkeit von Inzest aufheben wurde, so dass er mit seiner Schwester in einem eheähnlichen Verhältnis zusammenleben könnte, und in einem Wideraufnahmeverfahren würden seine Verur­teilungen wieder aufgehoben.

Doch das Bundesverfassungsgericht widersprach dem Kläger, und es sprach sich da­für aus, dass Inzest weiterhin strafbar bleibt, weil es hier um die Verhinderung geht, dass krankes Erbgut über den Weg des Inzest weitergegeben wird.

Gerade die Verbindung von Verwandten ersten Grades wie Mutter und Sohn, Toch­ter und Vater oder Schwester und Bruder, besteht die Gefahr, dass Erbkrankheiten weitergegben werden oder neue Erbkrankheiten entstehen, so der Kommentar des Gerichts.

Ich kann mich noch gut erinnern, als ich nach dem zweiten Weltkrieg nach Schles­wig-Holstein kam. Dort wurden sehr oft Verwandte miteinander verheiratet, damit die Höfe beieinader blieben, als von einer Hand verwaltet wurden. Dort sagte man immer, es gibt keine Liebeheirat sondern nur eine Geldheirat.

Die Kinder, die aus diesen Verbindungen entstanden, hatten oft einen Schaden im Erbgut, das war auch der Medizin und Wissenschaft bekannt. So wurde schon sehr früh versucht, diese unseligen Verheiratungen unter Strafe zu stellen. Aber die Bauer hielten sich nicht daran, sondern blieben bei den alten Gebräuchen, dass man bei Vermögen auch nahe Verwandten verheiraten kann.

Es gab wirklich mehr oder weniger erkennbare Schäden in Form von Behinderungen bei den gezeugten Kindern, was man aber erst feststellte, als diese älter wurden. Das Perfide bei dieser ganzen Sache was das, dass man diese erbkranken Kinder, im Er­wachsenenalter wieder mit nahen Verwandten verheiratete, damit das Vermögen in der Hand der Familie blieb.

Die Machthaber des dritten Reiches haben versucht, diesen Inzest noch strenger durch Straf zu ahnden, so wurde bei einem Heiratsantrag bei Standesamt, auch ein Gesundheitszeugnis verlangt sowie eine Abstammungsurkunde, um zu vermeiden, dass die zukünfigen Eheleute auch nicht verwandt waren. So wurden auch die Wehr­pflichtigen in alle Gegenden Deutschlands einberufen, denn sie sollten durch Heirat wieder das Blut auffrischen helfen.

Nach dem Kriege kamen viele Flüchtlinge aus dem Osten nach Schleswig-Holstein und heirateten die jungen Mädchen und Burschen der Einheimischen, wenn auch die Alten zuerst dagegen waren, aber später stellte sich heraus, dass diese Vermischung von Blut das Beste war, was den Bauern passieren konnte.

Auch heute noch hält man am Inzestverbot fest, um zu verhindern, dass die Erbkrank­heiten sich wieder vermehren. Es ist schon zuviel, wenn die Immunschwäche HIV sich ungestüm ausbreitet, weil die Menschen zu doof sind, sich gegen diesen Virus zu schützen.

Wenn das Bundesverfassungsgericht das Inzestverbot aufgehoben hätte, dann wür­den wir in den nächsten Jahren eine Vielzahl von behinderten Menschen haben, was volkswirtschaftlich nicht mehr tragbar wäre

Ich frage mich nur, wie dumm kann ein Vater oder ein Bruder sein, wenn er sich an der Tochter oder an der Schwester vergeht, obwohl er weiss, dass Kinder aus einer derartigen Verbindung den Keim von krankhaftem Erbgut in sich tragen.

Aber solange die Kirchen dem Sexualkundeunterricht eine negative Bedeutung ge­ben, ihn als schmutzig betrachten, obwohl der Sex ein ganz natürlicher Vorgang zwi­schen zwei Menschen ist, ob hetero oder homo ist gleich.

Ich denke, die grössten Schmutzfinken sitzen in den oberen Rängen der religiösen Einrichtungen. Also, das Gesetz dass der Inzest strafbar ist, bleibt bestehen und soll­te auch im Hinblick der Menschheit bestehen bleiben, denn Aussterben tun wir be­stimmt, aber auf andere Art und Weise, wie wir es uns vorstellen.


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